Fan-Fiction: New York sehen und sterben

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    • Fan-Fiction: New York sehen und sterben

      Legende:


      Computerstimmen
      Wörtliche Rede
      Aggressive Wörtliche Rede
      Gedankengänge



      Orbit über Hursten (Stanton-System)
      Lettow Vorbeck (Freelancer-DUR), Oberes Schott


      16:30 Uhr

      Bail war wieder in seiner geliebten Lettow Vorbeck angelangt. Nach dem tollen aber nicht ungefährlichen Erlebnis mit Vanessa und seinem Beinahe Tod, brauchte er erst einmal eine warme Dusche. Nach gut 20 Minuten unter der wohlverdienten nassen Erholung, verspürte Skirata eine Erleichterung die er seit Jahren nicht mehr vernommen hatte. Gut gelaunt und wie neu geboren, zog er sich ein frisches aber abgewetztes blaues T-Shirt der UEE und eine dunkelblaue Hose an.
      Wie immer war die Krönung seines Kleidungsstiles die alten, durchgelaufenen weiß-roten Eugen-Perry Turnschuhe. Gemütlich durchlief der Schmuggler den engen Flur zum Cockpit und verweilte einige Zeit am Waffenschrank. Behutsam verstaute er seine alte, in die Jahre gekommene und fast zwei Generationen alte Marine-Kampfrüstung in den Schrank. Erst danach machte er sich mit seinem Humpen banuischen Kaffees auf ins Cockpit.


      Orbit über Hursten (Stanton-System)
      Lettow Vorbeck (Freelancer-DUR), Cockpit


      16:45 Uhr

      Skirata ließ sich in seinen mit Hirschfell überzogenen Pilotensitz fallen und musste an die Erlebnisse mit Vanessa denken. "Ein hübsches und talentiertes Mädchen ist sie, erinnert mich an Mira. Ich hoffe sie macht keinen Unsinn, aber daz…" plötzlich, wie aus dem Nichts wurde der Ex-Marine in seinem lauten Gedankengang gestört. "Vermehrte Sicherheitsvorkehrungen an Sicherheitsstation 2 und 4. Anflug und Landung mit Wartezeit auf 4-7 Stunden durch Stanton Sicherheitsbeamte angelegt." Ach so en Mist, kaum hat man Ruhe, wird man schon wieder mit dem bürokratischen Alltag bombardiert, fluchte der Neuseeländer innerlich vor sich hin, als der Bordcomputer ihm diese Nachricht unaufgefordert übermittelte.

      "Einkommende Video-Nachricht. UEE-Militär-Verbindung! Höchste Priorität! --- Navy HQ Sol, Erde ---." klang es aus den Lautsprechern.
      "Hä? Was ist denn jetzt los? Niemand außer Huttaro hat diese Sendefrequenz der Lettow Vorbeck…aacchhhh...auf Monitor 2 damit!!!" wies er den Computer lautstark an.
      Bail erhob sich etwas von seinem Sitzt mit genervten Gesichtsausdruck und starrte in den Monitor der Bordkonsole. Und plötzlich baute sich in wenigen Sekundenbruchteilen eine Live-Videobotschaft auf. Das glaub ich jetzt nicht..., staunte er nicht schlecht, als er das Gesicht von Vice Admiral Melina Cayannis, Vizeoberbefehlshaberin der UEE-Navy in New York erblickte.

      "Bail! Hier ist Melina...ich äh... ich brauch dich hier." kam es bedrückt und unsicher aus dem Mund der gleichaltrigen Afrikanerin. Ohne weiter groß darüber nachzudenken, fragte der ehemalige Soldat entschlossen "Wo bist du denn?" Immer noch mit bedrücktem Ton, antwortete Cayannis "Auf der Erde im Navy HQ in Manhattan, komm so schnell du kannst, es ist was passiert...ziemlich übel." Jetzt machte sich Skirata um seine ehemalige Vorgesetzte Sorgen. Er hatte sie noch nie so erlebt, obwohl er mal eine 7-monatige Beziehung mit ihr hatte. Solch ein Verhalten ist ihm noch nie bei ihr aufgefallen. Besorgt um den Zustand von Melina fragte er "Aber dir geht’s gut?!" plötzlich herrschte eine gespenstische Stille, Cayannis wendete sich vom Monitor ab "Nein. Ich brauch deine Hilfe und deine Fähigkeiten als Ermittlungsoffizier."

      "Ende der Live-Übertragung!!!" hallte es aus den Lautsprechern und der Monitor wurde schwarz. Irgendetwas macht Melina zu schaffen, sonst hätte sie mich nicht sofort kontaktiert…Hhhmmmm, Bail überlegte wie er jetzt am besten fortfahren sollte. Immerhin hatte er einen Auftrag für den Mafioso Gino zu erledigen, aber andererseits konnte er eine ehemalige Kameradin auch nicht im Stich lassen. Aber er hatte seine Wahl getroffen "Koordinaten für Sprungkoordinaten mit Ziel Erde eingeben. Kürzeste Reisedauer einkalkulieren. Ich starte den Hauptantrieb." befahl er dem Bordcomputer und keinen Augenblick später, fing die Lettow Vorbeck an stark zu vibrieren. "Kurs eingegeben, Sprung in 4...3...2...1"

      Heiße Düsen!…
    • UEE Andockbucht 5, Manhattan




      07:04 Uhr


      Der alte Neuseeländer verlies sein Schiff mit einem leichten unguten Gefühl. Die empfangene Nachricht von Vanessa, als er das Kilian-System erreichte, hatte ihn allerdings mehr als erfreut und ihm neuen Auftrieb gegeben, ich wusste das sie in Ordnung ist...sie erinnert mich aber auch irgendwie an meine eigene Tochter. Tja, scheint wohl der Vaterinstinkt zu sein. Der alte Schmuggler wurde aber schnell wieder in die Gegenwart zurückgeworfen. Als er hinaus in die riesigen Stadtschluchten von Manhattan blickte, kamen einige unangenehme Erinnerungen in ihm hoch.

      Ach was hab ich mir nur dabei gedacht, hier her zurück zu kommen, fragte er sich bemitleidend selbst. Das gigantische Stadtbild erhob sich über einen klaren blauen Himmel, es war gerade Sommeranfang und eine frische Morgenbrise wehte vom Atlantik hinüber.
      Den hektischen New Yorker Verkehr hatte man in die Lüfte verlegt, das allerdings schon seid einem halben Jahrzausend. Dennoch blieb die Farbe Gelb der Sky-Taxi's ein permanentes und unverkennbares Markenzeichen der berühmtesten Stadt an der Ostküste Nordamerikas. Ob die Einwohner wohl noch Peter Stuyvesant kennen? lachend schüttelte er diesen banale Gedanken der Stadtgeschichte weg und sah New York weiter bei seinem Morgenverkehr zu. Um ihn herum standen weitere Schiffe und Jäger, meist Hornets und Gladiators der Navy. Sogar eine weiße P-72 Archimedes stand in Landebucht 14, ein wahrlich heißer Flitzer. Eine Handvoll Techniker und Deckoffizieren gingen ihrer täglichen Arbeit nach.

      Der Lärm hallte durch den Kopf des 58-Jährigen, das war's wohl mit der Ruhe, aber nichts desto trotz riss er sich zusammen, so gut es eben ging. Sein unwohler und etwas müder Gesichtsausdruck verflog aber schnell wieder, als er in der Ferne, UEE Vice Admiral Melina Cayannis und eine ihm noch unbekannte Frau mit kastanienbraunen langen Haaren erkennen konnte, die geradewegs auf Bail zuliefen. Ich hatte ja ganz vergessen wie schön Melina in der Realität sein kann, aber das andere Mädel ist auch nicht zu verachten. Tippe auf eine Europäerin, Skirata lies wieder seine Fantasie freien Lauf. Cayannis trug wie es die UEE-Navy Vorschrift verlangte, eine schwarze Hose und eine grau-anthrazitfarbige Dienstjacke. Diese legte sich perfekt auf all ihre Konturen ihres Körpers, die dem Ex-Marine sofort ins Auge fiel. Hingegen trug die andere Frau eine bräunliche Uniform, statt Hose, zeigte ein brauner knielanger Rock einen schönen Blick auf ihre nylonbestrumpften langen Beine, den Abschluss machten braune Pumps. Skirata konnte die Uniform sofort zuordnen, Militärpolizei wenn ich mich nicht irre...na jetzt bin ich mal gespannt.

      "Hey Melina, wie geht’s dir? Man ist das lange her." begrüßte er die hochrangige Offizierin und schüttelte ihr freundlich die Hand. Eine Umarmung lies er wegen der anderen Frau bewusst aus. Bail wusste, dass er sie 'Duzte', aber er kannte sie gut genug, um zu wissen, dass sie es nicht so ernst nahm. Immerhin war Skirata nicht mehr bei den Marines und sie kannten sich schon eine Ewigkeit. "Ich bin ziemlich im Arsch und dir?" beantwortete sie in alter Manier und er entgegnete sogleich locker zurück und setzte ein Lächeln auf seine Lippen. "Ich bin müde. Also was mach ich hier?" "Das würde ich auch gern wisse, Sir." platzte die junge Frau herein und stellte sich mit einen gestellten Lächeln Skirata vor. "Sir, ich bin Jennifer Mignola, ich bin Captain der Militärpolizei." Ohhh man...was ist denn das für eine? Ok, versuch sie einfach ein wenig von ihrem hohen und vorlauten Ross runter zubringen. "Mignola!... Seh' ich aus wie ein Sir…hhhhmmm?" setzte der alte Mann eins drauf. "Nicht unbedingt, Sir." konterte Mignola wieder unnatürlich lächelnd zurück. Hab ich ein Glück. Jetzt hab ich noch ne Zicke am Hals, seufzte er in Gedanken. Aber bevor die Situation noch unangenehmer werden konnte, entspannte Cayannis die Lage. "Captain, bitte! Mignola ist unser bester betriebsinterner Ermittlungsoffizier auf dem Stützpunkt."

      "Und da holst du dir einen Externen ins Haus. Wie fühlt man sich bei sowas Jennifer?" stichelte Skirata weiter. Wenn ich es mir recht überlege, macht es einen riesen Spaß mit ihr so rum zuspringen, belustigte er sich innerlich. Und auch die Antwort kam so ehrlich wie der Ex-Soldat es vermutet hatte "Streitsüchtig und unkooperativ, Sir." Skirata ließ daraufhin, ein amüsierendes "Fantastisch!!!" aus seinen Mundwinkeln gleiten. Cayannis wurde es langsam ein wenig zu viel, wie sich die beiden gegenseitig aufzogen. Deshalb erzählte sie Bail, was er auf der Erde genau zu suchen hatte. "Ok Bail, hör zu. Wegen einer Sturmwarnung hab ich alle Manöver im Trainingsgelände rund um Caracas abgesagt, bis auf eines. Ein Scout-Sniper Team der 255.. Bestehend aus 6 Leuten und ihrem tevarinischen Master Chief…Vermisst werden 3 und der Master Chief." Das darf doch nicht wahr sein, irgendwie hab ich es geahnt, dachte er sich und fragte gleich gezielt hinterher. "Doch nicht Kalmar? Sag bitte, dass es nicht Kalmar ist."
      Sofort machte sich eine interessierte Mimik auf Mignolas Gesicht bemerkbar "Sie kennen Master Chief Petty Officer Kalmar, Sir?" Ahh jetzt wirst du neugierig Jennifer, na was soll’s...erzähls' ihr doch. "Er war mal mein Master Chief." "Das war aber für sie eine große Ehre." "So könnte man es auch ausdrücken." antwortete der alte Mann nicht gerade erfreut, da er unter Kalmar selbst nicht viel zu lachen hatte.
    • Unbeirrt davon redete die Militärpolizistin weiter über den Tevarin "Master Chief Kalmar ist ein Profi, die Verkörperung der modernen UEE-Armee."
      "Sie wissen doch, dass ich nicht mehr in der Navy bin. Außerdem war Kalmar ein Tevarin, da können sie sich das UEE sparen. Ich weiß wie Treu sie ihrem Volk gegenüber sind und sie haben damit recht uns weiterhin zu hassen." erinnerte Skirata sie, bevor die Frau noch weiter von Kalmar erzählte. "Sie sollten Gestern um 1600 Uhr am Sammelpunkt sein." gab der Vice Admiral ihm zu verstehen. "Das Problem ist also, dass 3 Männer fehlen." stellte Bail fest, leider erwies sich diese Feststellung nicht als ganz korrekt und sofort war Mignola zur Stelle, um den alten Soldaten 'wieder' zu korrigieren oder ihn gar zu piesacken. "NEIN. Das Problem ist, einer von ihnen ist tot. Der andere hat eine zertrümmerte Hüfte und der Dritte will nicht reden. Und der hat sich mit dem, der jetzt tot ist ein Feuergefecht geliefert, als der Vice Admiral dort eintraf." "Und es ist anzunehmen, dass er deshalb jetzt tot ist." schlussfolgerte er daraus. Ahhh…geht sie mir auf die Nerven, redete Skirata sich in den Kopf. "Sergeant Antropos, erschossen, vor meinen Augen." bemerkte Cayannis zu Bail, der Marine der jetzt tot sei.

      Dem 58-Jährigen wurde allmählich klar, das dieses Ereignis größere Auswirkungen haben könnte, deshalb erinnerte er seine ehemalige Vorgesetzte "Melina…wenn die Kommandozentrale rauskriegt das du einen Zivilisten einsetzt, mit einer so schillernden Vergangenheit, man die hängen dich doch glatt an deinen ähm... du weißt schon auf." Cayannis grinste dabei breit und meinte mit erhobenen Augenbraun "Genau deshalb bleibt deine Mitarbeit geheim, alles was du hier aufdeckst wird Mignola zugeschrieben." Für was bin ich dann hier?, fragte er sich und zeigte mit dem Finger auf Captain Jennifer Mignola "Dann soll sie’s doch gleich selbst machen!" Die Frau blinzelte kurz auf, als ob sie falsch gehört hätte. Angeblich war sie wohl überrascht das Skirata ihr freiwillig das Feld überlassen wollte. "Ähm... Mam?! Das ist gar keine so üble Idee." Die Afrikanerin schaute giftig zu Mignola und ließ sie unmissverständlich sehen, dass sie den Mund halten solle "Captain!!! Entschuldigen sie uns bitte einen Moment."

      Melina legt ihren Arm um die Schulter von Skirata und beide entfernen sich ca. 10 Meter von der Militärpolizistin. Dann flüsterte sie ihm zu "Mignolas Leistungen in allen Ehren, aber das hier ist ne Nummer zu groß. Der Junge den wir verhören, verlangt ausdrücklich einen Marine, einen Mann den er nicht kennt, also dich." Bail konnte das nicht begreifen, dass sich Cayannis so gegen die Vorschriften hegte und ihn - einen Zivilsten - noch in die Sache mit einbezog. "Verdammte Scheiße Melina. Wenn er eine 890iger Jump Yacht verlangt hätte, hättest du sie ihm dann auch gegeben? ...Ich kapier das nicht, hängen da Spitzel mit drin? …Xi'An? Tevarinische Freikorps? Oder gar Vanduul?" Die Afrikanerin lehnte sich an das Geländer der Andockbucht und starrte in die riesigen Stadtbezirke von Manhattan. "Naja, nicht direkt." lies sie unsicher von sich. Sofort hakte der alte Mann nach "Was heißt das wieder?" Die Navy Offizierin senkte den Kopf und tat sich schwer Bail die Wahrheit zu sagen. "Es gab hier mal so ein paar Typen…und die…. Also es gab hier mal einige Leute die haben sich ziemlich weit aus dem Fenster gehängt. Also Geheimoperationen durchgeführt und äh…"

      Jetzt wurde auch der Ex-Marine sehr neugierig und stocherte sie, weiter zu erzählen "Und was? Na los Melina, spucks schon aus." "Die wurden kriminell und abtrünnig sozusagen. Dann waren sie wie von einem Schwarzen Loch verschluckt. Verschwanden im Banu Drogenland und haben der Konkurrenz unglaublich zugesetzt und sich mit allen Mitteln Respekt verschafft. Kalmar hat ein paar von ihnen ausgebildet. Er hat sie gehasst, weil sie taten was sie taten und sie hassten Kalmar. Es könnte sein das es hier darum geht." Also das der alte Kalmar in so ner Scheiße drin steckte, hab ich ja nicht für möglich gehalten. Nicht desto trotz, wollte Skirata mehr wissen "Wer weiß davon?" Melina schüttelte den Kopf und blickte in eine der Stadtschluchten, die sich unter den beiden erstreckten "Woher soll ich das wissen?! Sie sind untergetaucht, verschwunden, es kann auch erfunden sein, es muss nicht alles wahr sein. Aber auf dem Arm, von dem Jungen der jetzt im Krankenhaus liegt…war eine schwarze Sonne in die Haut eintätowiert und so hat sich diese kleine Truppe auch genannt - Black Star."

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    • UEE Navy HQ, Eingangshalle


      07:28 Uhr

      Inzwischen hatten Bail und Captain Mignola das Navy HQ in einem der vielen Stadtschluchten erreicht. Vice Admiral Cayannis hingegen, wurde zum Rat berufen. Skirata konnte nur vermuten, um was es sich handeln konnte, aber eigentlich konnte er es sich auch denken warum sie dort hin beordert wurde.

      Nach einem kurzen Fußmarsch, waren sie beinahe am Ziel angelangt. Mit Erstaunen musste der 58-Jährige feststellen, wieviel sich in knapp 15 Jahren verändert hatte. Zum Beispiel fiel ihm sofort auf, dass die Fassade nun vollständig aus Glas bestand. In seiner Zeit war das Navy HQ ein seelenloser Betonklotz, aber jetzt lag eine gewisse Grazie in der Erscheinung. Auch stellte er mit Bedauern fest das der sympathische Banu Imbiss-Verkäufer nicht mehr da war. Dort kam der Ex-Marine nämlich immer gerne zum Mittagessen, allein wegen der frischen Fischbrötchen die mit Bacchus-Wildlachs belegt waren, aber auch wegen einem netten Plausch war er gerne dort. Wortlos liefen die beiden weiter die Straße entlang, als sich vor ihnen das hohe und gigantische HQ der Navy in dem Himmel empor erstreckte.

      Einen Moment und ein Augenblinzeln später, betraten Skirata und Mignola das Gebäude, das erste was ihm wieder sofort auffiel, war die komplett neu eingerichtete Eingangshalle.

      Früher erstreckte sich die Halle aus schlichten und einfachen Marmor. Oder war es Sandstein?! Er hatte dafür kein Auge. Nun bestand die Decke aus einem weit offenen Glaskonstrukt, dass die komplette Eingangshalle überdeckte. Schöne Aussicht auf den Flugverkehr da oben...na hoffentlich stürzt mal keiner hier rein, dachte der Neuseeländer sarkastisch. Was sich allerdings nicht verändert hatte, war das herumlaufen Uniformierter Leute. Der alte Schmuggler erkannte sogar einige Tevarin und menschliche Marines in ihren Rüstungen, die sich unterhielten.

      "Darf ich offen sein, Sir?" fragte ihn die Militärpolizistin aus heiterem Himmel, die hinter ihm herlief. Geht das schon wieder los! "Mignola, ich schwöre bei Gott, wenn sie mich noch einmal Sir nennen, krieg ich en' Schreikrampf." warnte er die junge Frau mit einem leicht aggressiven Ton. Skirata ging geradewegs den Gang entlang, denn dort vermutete er, wie er es von früher kannte, die Büros der Militärpolizei. Plötzlich vernahm er hinter sich, dass das Klacken von Mignolas Schuhen schneller wurde und keine Sekunde später überholte sie den alten Mann in hohem Tempo auch schon und versperrte ihm den Weg zur nächsten Tür.
      "Ich weiß alles über sie! Die Staatsanwaltschaft auf Gliese IV ermittelt gegen sie wegen Drogenschmuggels und Unterschlagung."

      Das ließ Bail nicht auf sich sitzen, da er wusste, dass dies ein Missverständnis der Banu Behörden war "Wegen Verdacht, auf Drogenschmuggels und Unterschlagung! Auf den Wortlaut kommt’s an." wies er Mignola zurecht. "Der Wortlaut interessiert mich nicht, ich will nicht das sie in diesem Fall ermitteln." machte sie ihm unmissverständlich klar. "Achten sie auf 3 Dinge. Zum Ersten, sie haben keine andere Wahl. Zweitens, ich hab in meinem ganzen Leben NIE Drogen geschmuggelt. Und Drittens, ich bin immer noch Hunde müde von meinem Nonstop-Flug hierher. Also wenn ich jetzt das witzige Vorspiel überspringe und mich einfach direkt über sie hermache, sind sie hoffentlich nicht beleidigt." Jennifers Augen weiteten sich und ihr Gesichtsausdruck ließ Skirata seinen Triumph erkennen. Damit hast du wohl nicht gerechnet, was?! Ich hoffe, das sie nun endlich die Klappe hält und ihre Feindseligkeit beendet.
    • UEE Navy HQ - Büros der Militärpolizei >


      Wortlos und mit rollenden Augen, schlug die Offizierin die milchige Doppelglastür zu den Polizeibereichen auf. In dem riesigen Saal herrschte ein Geräusch, dass sich aus hunderten von Stimmen zusammensetzte und in der Mitte standen Schreibtisch an Schreibtisch, Computer an Computer dicht an dicht zusammen. Ein reinstes Hornissennest, über all liefen und rannten Uniformierte durch den Saal. Ganz selten mal ein Tevarin. Meine Fresse, hier geht’s ja schlimmer zu, wie auf einem Xi'An Basar. Mignola schritt derweilen gezielt zu ihrem Schreibtisch und griff sich 2 Akten, diese drückte sie dem Ex-Marine etwas unsanft in die Hand "Die Erkennungsmarken identifizieren sie als Corporal Gayelord Robinson und First Leutnant Kamat Baka'a."

      Skirata öffnete die Akte von Baka'a, ein Xian?! Wie ich dem Namen nach, vermutet hatte. Er studierte die Akte ein wenig, aber ehrlich gesagt durchflog er sie nur flüchtig. Dann wendete er sich der nächsten zu, ein Mensch...na das ist ja ein tolles Team gewesen. Als er den Vornamen des Marines lass, hob der 58-Jährige fragend eine Augenbraun "Gayelord? Was für'n Mensch nennt sein Kind Gayelord?" warf er einfach in den Raum, da Bail sich gut vorstellen konnte, dass der Junge in der Schule mehr als nur gehänselt wurde. "Admiral Jonathan Robinson, ein Berater des Imperators." kam die prompte Antwort aus Jennifers Mund. "War ja sehr nett von Melina, dass sie mir das in der Live-Übertragung nicht gesagt hat." stellte er enttäuscht fest, da es sich hier um den Sohn eines hochdekorierten Admirals handelte.

      "Baka'a ist noch mindestens eine Stunde bewusstlos. Wir reden also zuerst mit Robinson." schlug Mignola entschlossen vor. "Ist er im Vernehmungsraum?" wollte der alte Schmuggler wissen. "Ja, Sir." kam die kurze militärische Antwort. Und schon wieder nennt sie mich Sir...Mädchen sag doch, Bail! Lass es sein, sie kann eben nicht anders, oder ihr macht es Spaß, grübelte und gab Jennifer ebenfalls eine kurze bündige Antwort "Unmöglich!" "Wieso?" wollte sie wissen und starrte Bail gereizt, mit dem Kopf zur Seite geneigt an. "Weil äh…Vernehmungsräume leider immer dazu neigen, verdächtig nach Vernehmungsräumen auszusehen. Dadurch fühlen die Leute sich unbehaglich. Wir haben jetzt 0738 Uhr, am besten gehen wir mit Robinson in einen der Taktischen Besprechungsräume." schlug Skirata vor. "Wenn sie darauf bestehen, Sir."

      "Ist er süß?" fragte der Ex-Marine spontan, als ob es eine ganz normale Frage wäre. Den wahren Sinn aber, bis jetzt nur er verstehen konnte. "Wie bitte???" kam es aus Mignola empört gezischt. Genau das hab ich geahnt hehe, na dann werd ich mal weiter machen, "Robinson, ist er süß?" Die Militärpolizisten nahm Haltung an und versuchte das gehörte zu vergessen. Da sie sich nicht mit kindischen Lappalien herumschlagen wollte "Sir, wenn sie diese Angelegenheit nicht erns……" Da unterbrach sie der Schmuggler mit einem ernsten Ton "Sieht er gut aus? Ist er selbstbewusst? Hat er ne gute Haltung, körperlich gesehen? Sieht er ihnen in die Augen wenn sie reden oder sieht er zu Boden? Hat er offene Gesichtszüge, die ne gute Herkunft zeigen? Sitz er grade oder sitzt er krumm? Das sind wichtige Fragen, die offenbaren viel über den Charakter eines Mannes. Also jetzt kriegen sie sich mal für 3 1/2 Sekunden wieder ein und sagen sie’s mir." Also jetzt musst du es doch verstanden haben Mädchen. "Ist er süß?"

      "Ja, Sir." kam die ehrliche ungewollte Antwort aus ihr heraus. "Vielen Dank." bedankte sich der 58-Jährige mit einem breiten Lächeln und drückte die 2 Akten Mignola, sanft und liebevoll in die Hände. Er sah ihr in die Augen und dachte, dass er sie noch ein wenig mehr aufziehen könnte. "Ich sag ihnen dann, wie es ausgegangen ist." warf er ihr grinsend ins Gesicht und schritt an ihr vorbei, mit Kurs auf einem Kaffeeautomaten. "Skirata! Falls es zum Prozess kommt, wird jemand bezeugen müssen, was bei der Vernehmung alles gesagt wurde. Und sie mit ihrer schillernden Vergangenheit, wären dann ja wohl der unzuverlässigste Zeuge den es je gab. Wenn ich sie schon am Hals haben muss, haben sie mich mit Sicherheit am Hals." erinnerte sie ihn ernst daran, als er gerade einen vollen Becher kolumbianischen Kaffees in die Hand nahm.

      "Ok. Ich möchte, dass sie die Nummer 'Böser Cop' spielen. Ich gebe ihnen ein Zeichen, ich kratz mich am Hinterkopf." erklärte er der Militärpolizistin, da das Spiel 'Böser Cop - Guter Cop' fasst immer bei seinen früheren Verhören funktionierte. Aber auf die Antwort von Mignola war er sichtlich beeindruckt, da er es nicht für möglich gehalten hatte, dass sie so etwas sagen würde. "Ich hätte gewettet an den Eiern." Also langsam beginn ich sie zu mögen...hehehe, kicherte Skirata innerlich als er das mit den Eiern vernahm. "Naja, achten sie auf beides. Habt ihr hier Kaffeestückchen? Wie nennt man das hier? Ist ne Eigenart aus deutschen Landen, aber sehr lecker." wollte er wissen, aber schon einen Augenblick später, hatte er einen Süßwarenautomaten gefunden und nahm sich zu seinem Erstaunen, eine original Österreicher Quarktasche heraus.

      "Ich hab ihn 4 Stunden lang verhört, er hat kein Ton von sich gegeben." gab Jennifer dem Alten zu verstehn', da sie mit Sicherheit nicht glaubte, dass er den Verdächtigen zum Reden bringen würde. "Haben sie ihn auch mit einem Stock gepiekst, ja?" stachelte der ehemalige Marine die junge Frau wieder auf. "Leider kenne ich derartig raffinierte Techniken noch nicht." bemerkte sie mit zusammengebissenen Zähnen. Ach ist die süß wenn sie zornig wird, vielleicht sollte ich mit ihr ne Wette abschließen? Könnte nicht schaden, aber noch bevor der alte Mann sich um entschied, sprach er die Idee mit der Wette aus "Ich wette ich bringe ihn in weniger als 4 Minuten zum reden. 20 Credits…ohne ihm zu sagen das ich Marine war."

      Die junge Militärpolizistin guckte Skirata schief an und es setzte sich ein schiefes Lächeln auf ihre Lippen.
      Mignola nickte und ging die Wette ein "Los!" und sofort liefen beide in Richtung des Taktik Besprechungsraumes.
    • UEE Navy HQ, Taktik Besprechungsraum für Piloten



      07:45 Uhr

      Als erstes betrat Skirata den provisorischen Vernehmungsraum, der sich als simpler Besprechungsraum für Hornet-Piloten entpuppte. Das einzige was Bail damit erreichen wollte war, dass der Verdächtige sich nicht inmitten von 4 Betonwänden befand und somit erst rechts nichts sagen würde. Er wollte, dass sich die Person, die sich sowieso schon unter großer Anspannung befand, in diesem Raum nicht unnötig unter Druck gesetzt wurde. Der Besprechungsraum selbst war schlicht und einfach, für UEE Verhältnisse versteht sich. Der Raum hatte die Form eines lang gezogenen Rechtecks, an vorderster Front befand sich ein metallisches Rednerpult, daneben ein großer Holo-Bildschirm.

      Auf der rechten Wand befanden sich 3 rechteckige Fenster, mit einer schönen Aussicht auf die alte Freiheitsstatur. Die linke Wand hin ins Innere des Gebäudes war aus Glas, nichts anderes als ein großer Einwegspiegel. Man konnte hinaus, aber nicht von außen in den Raum schauen. In der Mitte befanden sich 10 Tische die in Zweierreihen hintereinander aufgereiht waren, mit jeweils 2 Stühlen. Genau im Mittelpunkt dieser Tischreihe an der linken Seite, saß der mit Handschellen fixierte Corporal Robinson. Schweigend den Kopf geneigt und in sich gekehrt. Der Marine trug nur ein olivgrünes Hemd, eine Feldhose mit Tarnmuster und die dazugehörigen schwarzen Stiefel. Von Außen machte er den Anschein eines einfachen amerikanischen Weißen, kurzgeschorrenes blondes Haar, markante Gesichtszüge und mäßig bemuskelt. Ein ganz normaler Junge, so schien es Bail.

      "Corporal Robinson, guten Morgen. Ich bin Bail Skirata, sie haben ja den temperamentvollen Captain Mignola schon kennen gelernt. Tja, soviel ich hörte haben sie ne schwere Zeit hinter sich und sie wollen nicht reden. Vermutlich brauchen sie Schlaf und was zu essen." begrüßte er freundlich den Verdächtigen, lief um ihn herum und setzte sich auf einen Tisch, so das er Robinson direkt gegenüber saß. "Haben sie was zu essen bekommen?" fragte Bail beherzt nach und schaute rüber zu Mignola, die gerade einen Militärpolizisten Anweisung gab, vor der Türe Wache zu stehen. Dann postierte sie sich hinter dem verdächtigen Marine. Dieser starrte noch immer emotionslos, mit dem Kopf gesenkt, auf den Tisch.

      Am besten, erfreust du den Jungen mit der Quarktasche, immerhin hat er seit längerer Zeit nichts mehr gegessen, dachte sich der Neuseeländer und legte das Gebäck vor Robinson auf den Tisch. Aber trotzdem starrte der Jung immer noch stillschweigend auf den Tisch und nahm nicht einmal die Quarktasche in die Hand, stoß ihn an Bail...komm! "Na los…sie können doch vor jemanden essen und trotzdem nichts sagen, dass haben meine Eltern jahrelang getan." sprach Skirata in einem leicht selbstkritischem Tonfall. Und siehe da, Robinson griff nach dem Gebäck und verschlang das Gebäck in weniger als ein paar Augenblicken. "Möchten sie noch eins? Na später vielleicht. Ok, ich will ganz offen zu ihnen sein. Ich weiß nicht, ob das was sie getan haben Notwehr war, aber eigentlich ist das egal. Die Sache ist die, ich hab mit ner alten Freundin ausgemacht, dass ich mit ihnen rede bis ihr Transport kommt." erklärte er ihm ruhig.

      "Also…" fuhr der ehemalige Marine fort, ohne eigentlich zu wissen, ob der Typ denn reden würde. Ahhh...ich hab ne Idee "Stehen sie auf Null-G Fußball?" fragte Skirata seinem Gegenüber, aber dieser kaute und starrte immer noch mit gesenkter Haltung auf den Tisch. Da beschloss der alte Schmuggler, einfach so lange weiter über Fußball zu reden, bis es den Jungen nerven würde.
      "Ich könnte tagelang über Null-G Fußball reden. Ihr Amerikaner nennt es Soccer, richtig?!" Der 58-Jährige blickte in Richtung Jennifer, diese schaute sogleich auf ihre Uhr und zuckte mit den Achseln. Ich bin noch in der Zeit, dass ist gut. Also weiter im Plan..."Ich habe alle Tabellen, ganz genaue Daten, ganze Statistiken sind in meinem Hirn. Ich hab das im Gedächtnis, ich bin ein Freak. Wollen wir über Null-G Fußball reden?"

      Der verhaftete Marine antwortete nicht auf die Frage, stattdessen starrte er immer noch auf den Tisch. Bail versuchte nun ein wenig enttäuscht zu wirken, vielleicht würde sich der Junge so ein wenig mehr trauen. "Achhh, jetzt kommen sie schon Robinson, über irgendwas müssen wir doch reden, wir werden 6 Stunden hier sitzen. Kommen sie, wenn finden sie gut? Hhhmm, wenn finden sie gut? Wie finden sie die Nairobi Tigers? Mein persönlicher Favorit sind ja die ANZAC Eagels aus Auckland." Und plötzlich war es soweit "Sir, ich mag Zero-G Soccer nicht." kam eine ernste, aber ruhig klingende Stimme aus dem Mund von Robinson.

      Jetzt wollte Skirata einfach mal mit dem Jungen reden, um so sein Vertrauen zu gewinnen. "Wieso nicht?" fragte er enttäuscht spielend. Robinsons Rechtfertigung kam sofort "Ich bin der Meinung dieses Spiel ist viel zu schnell und hektisch." "Zu schnell? Das Spiel lebt von der Aggressivität und des schnellen Konterns, dass macht es aus." versuchte der Schmuggler dem Jungen klar zu machen. "Ich kann’s nicht leiden, Sir. Tut mir Leid, ich hab keine angemessene Erklärung." entschuldigte sich der Verdächtige. "Tja, dass ist auch ok. Ich trät ihnen nicht die Kniescheibe kaputt oder sowas." bemerkte Skirata etwas forsch sarkastisch.

      "Sir! Ich wollte mit einem Marine sprechen." Schön das du das endlich einmal erwähnst Jungchen, dachte der alte Mann und zeigte ihm sein UEE-Marine Tattoo auf der Innenfläche seines linken Unterarmes. "Ich muss entschuldigen. Ich ähhhh…" "Ja, sie haben gedacht der sieht wie ein Vollidiot aus. Schon klar, dass schreckt die Typen immer ab." bemitleidete er sich selbst und nahm einen Schluck aus seinem Kaffee, bevor er weiter fort fuhr "Hhhmm wissen sie ich war hier 85. unter Master Chief Kalmar. Ja, er hatte ein brutal aussehendes Messer. Genau. Hat er das noch?" fragte er jetzt sehr interessiert den jungen Mann, der ein kleines Lächeln preisgab. "Handgeschnitzter Griff aus Elysium-Holz, ja Sir." bestätigte Robinson.

      So allmählig begann sich der alte Mann mit dem Jungen anzufreunden "Ja, ich erinnere mich daran, weil ich immer sein Messerdummie sein musste. Macht er das heute auch noch?" "Ohh, ja." nickte er Skirata zu. Nun konnte Bail nicht mehr, er musste einfach die alten Zeiten raus kramen und drehte sich deshalb zu Mignola und erzählte ihr "Er hatte ne besondere Nummer drauf. Also er sagte, er könnte einen Mann vom Stiel bis zur Stirn. Also mit Stiel, meint er deinen Schwanz…" Die junge Offizierin wusste wahrscheinlich auf was das herauslaufen würde und entgegnete knapp "Schon klar." aber mit einem Gesichtsausdruck der sagen wollte: 'Typisch Männer!'.

      Nichts desto trotz, erzählte der ehemalige Soldat einfach weiter "Ok, jedenfalls wenn man sein Messerdummie war, da hat er einen das Ding den ganzen Tag pausenlos in die Eier gerammt und so ein Tag war seeehr laaang." Ja...diese Zeiten waren bei Kalmar noch die lustigen, leider gab es davon zu wenige. Jetzt komm wieder runter Bail, frag jetzt, was du fragen musst, ermahnte er sich selbst. "Da fällt mir ein, ich hab versprochen ich frag sie wo Kalmar und die anderen sind. Kann man sie finden?" wollte er wissen, obwohl er schon eine dunkle Vorahnung hatte. "Das ist nicht nötig." kam es traurig und ernst über Robinsons Lippen. Scheiße!!! "Das heißt sie sind tot?!" wollte Bail klarstellen.
      "Ja, Sir." kam es kurz und schmerzlos von Robinson. Tja, armer Hund... "Waren sie das?" Es herrschte Schweigen, nun kam nichts mehr aus dem Mund des Verdächtigen. Ein schlechtes Zeichen! Ob er es war?!...Naja, dass kann ich jetzt sowieso noch nicht sagen. Robinson hingegen, schwieg weiterhin und starrte wieder auf den Tisch. Am besten gebe ich der Furie da hinten mal das Zeichen, na die wird sich jetzt gleich freuen...hehehehe, belustigte er sich und kratzte sich am Hinterkopf. Und wie auf Kommando schritt Mignola zu Robinson, schlug mit ihrer Handfläche auf den Tisch und schrie ihn an "Hey! Wir wissen genug über sie, wir haben sie am Arsch. Sie wollen uns anschweigen?! Bitte, von mir aus. Ich brauch nur ihren Arsch hier raus zu befördern...."

      So und jetzt wird sie sich ganz schön blöd vorkommen. Hoffentlich nimmt sie mir das nicht sooo übel, hoffte Skirata und ging dazwischen "Ok, hey h-ey! Time Out, Time Out. Also Rob, dass Spielchen hier heißt: Guter Cop - Böser Cop. Sie schreit rum, ich setz mich für sie ein. Dann sind sie dankbar und das schafft so ne Art Vertrauensbündnis. Ich spiel keine Spielchen mit ihnen, also dann machen wir mal ne Pause, ok?! Ich hol ihnen noch eine Quarktasche, sie überlegen sich ob sie noch reden wollen." schlug er dem Jungen vor und entfernte sich zusammen mit der sich sichtlich verarscht vorkommenden Militärpolizistin aus dem Raum.
    • UEE Navy HQ, Flur



      08:15 Uhr


      Mignola schmetterte als letztes die Tür zum Besprechungsraum zu und Bail musste leise lachen "Wir haben sie am Arsch?! Hahaha." Skirata drehte sich zu ihr um, sie verschränkte ihre Arme und blickte Fassungslos in seine Augen. "Sie haben mich reingelegt!" sagte sie dem alten Schmuggler ins Gesicht, so ist es und... "Ich würde sagen, jemand schuldet mir 20 Credits." Die junge Frau starrte ihn verärgert an "Ich fass es nicht. Sie hätten mir sagen können was sie vorhaben."
      Der Ex-Marine beruhigte sie und zeigte ihr, dass es nur Spaß war "Ach man, die ganze Galaxie kennt Böser Cop, Guter Cop. Ich dachte wenn ich’s zugebe, gewinn ich sein Vertrauen…"

      "Hey! Und hat er es getan?" wollte Melina Cayannis wissen, die urplötzlich hinter dem 58-Jährigen stand, der gerade einen weiteren Schluck aus seinem Kaffee nahm. Die Militärpolizistin nahm sofort Haltung an, als sie ihre Vorgesetzte sah. Nach militärischen Drill, gab es auch eine einfache und schnelle Antwort von Jennifer "Nein, Mam." Ich sollte Melina zum jetzigen Zeitpunkt noch keine all zu großen Hoffnungen machen, aber andererseits hab ich noch nicht mit dem anderen verletzten Marine gesprochen, überlegte er sich, drehte sich zu Cayannis um und gab ihr die Antwort, die die Admiralin eigentlich hören wollte. "Ja!"

      Bedrückt und mit den Nerven fertig, zog die Offizierin ein langes Gesicht und fragte "Was ist mit dem Rest von meinen Leuten?" Tod... allesamt, sprach er in Gedanken und schüttelte langsam mit geschlossenen Augen seinen Kopf. Melina musste nicht raten, was denn diese Geste zu bedeuten hatte, aber ihr viel beim besten Willen nichts mehr ein, wie sie die Lage retten konnte. So schien es zumindest. "In 5 ½ Stunden haben wir es nicht mehr in der Hand. Ich muss viele Fragen beantworten. Wäre schön wenn sie mir ein paar dieser Antworten besorgen könnten." meinte sie und zog wortlos den Flur entlang, daraufhin gingen auch Bail und Jennifer zurück in den Besprechungsraum.
    • UEE Navy HQ, Taktik Besprechungsraum


      "Warum wollten sie einen Marine sehen, Corporal?" war die erste Frage die Mignola stellte, als sie wieder in den Raum kam. Sie fragte deshalb, da sie nicht begriff, warum Robinson nur mit Skirata redete. "Ich sag ihnen nicht was passiert ist." schoss es zurück. Schließlich übernahm der 58-Jährige wieder die Zügel "Dann reden wir doch mal von anderen Leuten. Erzählen sie uns von der Übung. Erzählen sie uns von Master Chief Kalmar. Ist er immer noch so en Wichser?"

      Und dann begann der Verdächtige zu erzählen, in allen Einzelheiten.
      "Gleich von Anfang an, hatte Kalmar einen von uns auf dem Kieker, sein Name war Kiska. Und als wir dann ins Ávila-Massiv kamen drehte er völlig durch. Ávila, dass hieß 30 Tage im Hochland rund um Caracas, 40 Kilometer am Tag und 80 Kilo Sturmgepäck auf dem Rücken. An solche Rechenspielchen haben wir uns schnell gewöhnt. Die Übung nannte sich Gefechts-Erkundung, im Grunde sollte man lernen, zu denken, wenn man erschöpft war. Und Kalmar wusste wie man jemanden zur Erschöpfung trieb. Im venezolanischen Bundesstaat Amazonas verbrachten wir unsere Nächte mit Übungen und mit Drill, während uns die Kugeln um die Ohren flogen. Oder wir hingen bis zum Hals in irgendeinem feuchten Dschungelgebiet, erschlugen Insekten und Schlangen. In den Nächten in dem wir zum Schein Gefangene machen mussten, schliefen wir überhaupt nicht. Wir schleppten uns 3mal über einen Steilen Bergpass. Dort ist es extrem Steil und es hat Tagelang nicht aufgehört zu regnen. Das verdammte Gepäck wurde im Regen so schwer, noch nie hat jemand etwas so gehasst, wie wir das verdammte Sturmgepäck. Dann gab's da eine Böschung die war nicht höher als 200 Meter, aber verdammt rutschig. Kiska war schon fast oben auf dem Plato angelangt, als Master Chief Kalmar ihn mit unwichtigen und total unangebrachten Fragen bombardierte. Natürlich konnte sich Kiska nicht richtig konzentrieren, da er sich mit aller Kraft an dem Seil festhalten musste, vorauf er die Fragen nicht alle richtig beantworten konnte. Als Strafe warf Kalmar sein Sturmgewehr die Böschung hinunter und befahl Kiska, dieses wieder rauf zu holen. Die Schikane hat ne Menge von den Leuten genervt, sogar Antropos, so ne schießwütige Griechin aus Gen. Man fühlte sich nicht wohl wenn man in ihrer Nähe schlief. Von da sind wir dann Vorgestern Mittag zurückgekommen, wir dachten wir kriegen endlich ne Dusche und ne warme Mahlzeit. Im Ernst, wir waren halb tot. Wir waren so ausgepowert wie man's überhaupt nur sein konnte. Zu unserem Missbehagen wurden ich, Sergeant Antropos (Mensch), 2nd Leutnant Baka'a (Xi'An), Master Sergeant Kiska (Mensch), Chief Gilani (Mensch) und Privat Hartmann (Mensch) von Master Chief Kalmar zu einer Sonderübung draußen im venezolanischen Dschungel vor Caracas ausgewählt."

      So ne ähnliche Übung musste ich auch unter Kalmar ableisten, aber das er so ein Arschloch geworden ist, hatte ich nicht gedacht, wunderte sich Skirata und fragte nochmal nach "Das sind die Typen mit denen sie auf die Übung gegangen sind, hhmmm?" Robinson blickte seinem gegenüber tief in die Augen "Ja…und mehr sag ich auch nicht." Der Schmuggler nickte, erhob sich und gab Mignola mit einer Handbewegung zu verstehen, dass sie nun gehen würden. Als Bail schon fast an der Tür war, kam ihm eines wieder hoch 'Stress', frag ihn Bail...los!!! "Ach... äh, Robinson?! Rauchen sie?" "Ist das so ne Art Vernehmungstrick, sie geben mir solange keine Zigarette bis ich weiter rede?" Ohhh Gott nein Junge, ich brauch nur Nikotin, "Nein. Ich hab meine nur im Schiff gelassen und ich dachte, dass sie vielleicht eine haben." Robinson griff in seine Feldhose und holte mit großer Mühe ein Päckchen Zigaretten heraus. Erstaunlich!!!...Obwohl er Handschellen an hat, kann er aber noch tief in die Tasche greifen, fiel es Skirata auf und zu seiner Freude musste der alte Mann feststellen "Ah... sogar meine Marke, mein Glückstag."

      Der 58-Jährige nahm eine Zigarette aus dem Päckchen und zündete sich diese, mit seinem eigenen Feuerzeug, dass er in seiner Hose stecken hatte, an. Also was sagte Melina? Robinson trug Baka'a zur Landezone und diese Griechin mit Namen...ähhhh…ach Fuck...Antropos genau. Warum wollte sie beide umlegen. "Sie scheinen mir sehr in Ordnung zu sein Robinson. Da tragen sie Baka'a verwundet zum Sammelpunkt. Aber eines versteh ich so gar nicht. Was haben sie angestellt, dass Antropos sie umbringen wollte?" fragte er dann auch nochmal, da er nicht verstand, aus welchem Grund die Frau ihn töten wollte. Und Robinson antwortete genau so, wie es sich Skirata gedacht hatte "Ich werde nichts weiter sagen." Bail zwinkerte der jungen Militärpolizistin zu, die vorne in der Tür stand "Fahren wir jetzt erst einmal zu Baka'a ins Militärkrankenhaus."

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    • Sky Highway - Hamilton Avenue, New York, Fahrzeug der Militärpolizei


      08:40 Uhr



      Seit einigen Minuten flitzten der Ex-Marine und die junge Offizierin in einem schwebenden Polizeiwagen, durch die riesigen Sky Highways von New York, Richtung des alten Stadtteils Brooklyn. Es war zum ausrasten, die beiden kamen nämlich sofort in den täglichen Vormittagsverkehr und somit in einen Stau. Deswegen hasse ich diese Megacitys, immer muss man sich an die vorgeschrieben Verkehrswege halten, [/i]fluchte Skirata innerlich und schaute nachdenklich aus dem Fenster.

      Schließlich kam der Wagen zum Stillstand und Mignola nutzte die Wartezeit, um ihrem Helfer ein wenig mehr zu löchern "Ich versteh einfach nicht, warum er einen Marine verlangt hat." Jennifer!...man merkt sofort, dass du nie an der Front warst, schlussfolgerte er daraus und gab ihr einen einfach Grund für das Verhalten von Corporal Robinson "Der Mann hat ein Problem. 'Lass niemals einen Kameraden zurück'."

      "Das heißt?" fragte die Offizierin nach, da sie den Sinn wohl nicht ganz Verstand. "Alter Militär Kodex! 'Lass niemals einen Kameraden zurück'." dass ist das A und O in der Armee Mignola. Kameraden halten zueinander, fügte er gedanklich noch dazu. Dann blickte der Neuseeländer weiter etwas unruhig auf das Verkehrschaos, in dem sie sich nun befanden. "Was haben sie denn?" kam auf einmal eine besorgte Stimme aus der Richtung von Mignola. Sie ist doch nicht so schlimm wie ich dachte, "Hhhmm? Ach ne, mich macht die Gegend hier kribbelig." bemerkte er und wies mit einer Handbewegung ab, dass es nichts weiter wäre.

      "Nicht die glücklichsten Erinnerung, was?" du hast ja keine Ahnung Mädchen, "Nein, ich hab vergessen wie hektisch und übervölkert, diese alten Metropolen sein können." entgegnete Bail, obwohl er tief im Inneren wusste, dass es auch noch andere Erinnerungen waren, die ihm nicht gefielen. Aber kaum das die Erinnerungen wieder hoch kommen konnten, wurde der 58-Jährige zurück in die Realität geholt.
      "Es geht weiter...endlich." hörte er die Militärpolizistin erleichtert sprechen, als der Verkehr wieder floss und der Polizeiwagen beschleunigte.

      Mal sehen wie sich das Krankenhaus verändert hat.

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    • Kings County Militärkrankenhaus, Brooklyn


      08:48 Uhr

      Der Polizeiwagen parkte auf einer Stelle, die extra für Sicherheitskräfte vor dem Militärkrankenhaus angelegt worden war. Captain Mignola und Bail Skirata stiegen fast zeitgleich aus dem Wagen und liefen gemeinsam auf dem Haupteingang des Lazaretts zu. Im Eingangsportal selbst, herrschte eine etwas leisere Atmosphäre als noch in den Büros der Militärpolizei im Navy HQ. Die Eingangshalle war ebenso hell und neumodisch eingerichtet wie die des HQ's. Skirata nahm sich einen Augenblick Zeit und betrachtete sich das Treiben der einzelnen Personen. Mignola hingegen war schon ein gutes Stück voraus gelaufen. Anscheinend fiel es ihr nicht mal auf, dass sich der alte Marine nicht mehr neben ihr befand.
      "Booster, bist du das?" fragte eine laute, freundliche und dennoch verunsicherte Männerstimme. Der alte Schmuggler blickte ungläubig in Richtung Rezeption, von wo er die Stimme vermutete. Das gibt's doch nicht, dachte der Neuseeländer freudig, als er einen ca. 35 Jahre alten Chinesen in Laborkittel erspähte, der Skirata ein breites Grinsen zu warf. "Ha, Jerry Zhang wie er leibt und lebt. Haha, wie geht’s dir Alter?" entgegnete Bail erfreut und ging auf Jerry zu. Schließlich umarmten sich die Zwei herzlichst und Jerry fragte wissbegierig "Wie geht's dir?" "Gut." antwortete Skirata und lächelte ihm ins Gesicht. "Mir auch." fügte der Chinese hinzu. Dann drehte Bail seinen Kopf zur Seite und sah in die Eingangshalle, zu seinem Erstaunen stand Jennifer Mignola keine 5 Meter von den Beiden entfernt.

      Höfflich wie er war, stellte er der Militärpolizistin seinen alten Freund vor. "Mignola! Jerry…" "…Zhang, ich weiß. Sie kennen sich vermudlich aus der Dienstzeit, stimmt's?" unterbrach sie den Ex-Marine wohl wissend und fragte gleich nach dem Grund ihres Kennens. Sie an, sie an...ob da mal was zwischen denen lief? Und wenn! Was interessiert es dich Bail!?, mahnte ihn sein Gewissen. Aber noch bevor der Schmuggler etwas sagen konnte, bemerkte Jerry in einem etwas hochnäsigeren Ton zu Mignola "Das hast du gut erkannt, Baby." "Was machst du hier in New York? Du wirst doch nicht plötzlich sentimental, oder?" stellte Jerry die Frage seinem alten Militärspies. Naja, eigentlich darf ich’s dir nicht sagen...Sag es nicht Bail "Nein. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll aber..." Zum Glück musste Skirata sich nicht etwas einfallen lassen, da der Asiate stolz und glücklich meinte "Ich schmeiß den Laden hier!" Der 58-jährige grinste breit und bemerkte perplex "Nein?!" hat er es doch geschafft, ach ich wusste aus dem Jungen wird einmal was. "Doch, doch, wir ackern wie blöde. Wir müssen die Bestände einpacken und den Umzug ins Navy HQ vorbereiten." Dann waren die Gerüchte doch wahr, dass das HQ ihr eigenes internes Lazarett bekommt.

      Beeindruckt und froh, dass es Jerry so weit nach oben geschafft hatte, lobte der Alte ihn "Wer hätte das gedacht, Jerry Zhang als Helfer der Menschheit." Die gute Stimmung wurde allerdings schnell wieder zerstört. Da die Militärpolizistin energisch versuchte, Bail zu dem eigentlichen Verhör zu zehren. "Gehen wir jetzt zu Baka'a, oder wollt ihr beide euch noch länger auf die Schulter klopfen?!" "Ist ja schon gut Mignola. Also Jerry, man sieht sich." beruhigte der Neuseeländer seine temperamentvolle Begleiterin. Zeitgleich winkte er Jerry zum Abschied noch einmal zu und ging mit Mignola in Richtung Aufzug.
      "Ja, mach’s gut Booster." hörte er noch von seinem Freund rufen, als sich die Fahrstuhltür schloss. Komm frag sie, dass wird sie sicher ein wenig mehr provozieren…hehehe, überlegte er sich und fing im selben Moment schon an, Jennifer ins Ohr zu flüstern. "Baby?! Also wenn ich klug wäre, dass bin ich ja nicht. Würde ich zu dem Entschluss kommen... das ihr zwei mal was miteinander hattet." Sogleich mit seinen letzten Worten öffnete sich die Fahrstuhltür, Mignola stieß nur ein verachtungswürdiges "Tz." und stampfte vor Skirata davon.

      Ach wie ich sie liebe, diese kleine Bisamratte.

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    • Kings County Militärkrankenhaus, Zimmer 493 >


      09:00 Uhr

      Wenig später standen die Ermittler vor dem Bett des Xi'An Lieutenants Kamat Baka'a. Dieser sah ziemlich mitgenommen aus, wahrscheinlich durch die Operation an seiner zertrümmerten Hüfte. Dadurch lag er seitlich und angewinkelt in seinem Bett. Kamat besaß grün-braune schuppige Haut, mehrer Tattoos auf dem Oberkörper. Aber diese schwarze Sonne, die Melina erwähnte, sah Bail nicht. Nur eine frische Scheuerwunde. Ob dies das Tattoo war? Hhhhmmm, ob er noch unter den Nachwirkungen der Narkose steht?, überlegte sich der Schmuggler, der es sich inzwischen auf einem Stuhl keine 5 Meter vom Krankenbett entfernt an der Wand gemütlich gemacht hatte. "Also sie hab ich doch mal am Stützpunkt gesehen." sprach der etwas benommene Xi'An, die hübsche Militärpolizistin die neben dem Krankenbett stand, an. Sogleich musterte Baka'a den in der Ecke sitzenden Bail durch und fragte auch ihn "Und sie…sind ähm…sind sie in der Navy?"
      Ja, ich war in der Navy sogar bei den Marines. Aber um zu sehen, ob du tatsächlich klar denken kannst und mir so später keine Scheiße erzählst...will ich dich mal auf die Schippe nehmen. "Ähm, Gartenpflegedienst. Ich kümmere mich um den Rasen auf Schloss Sanssouci bei Potsdam." kam es über Skiratas Lippen, der sich ziemlich zusammenreißen musste um nicht zu lachen. Wenn er das schluckt, dann ist er definitiv noch unter Narkose. "Haha... Nein, ich hab sie doch schon mal gesehen. Ja…ihr Bild hängt doch in der 'Ehrengalerie der Tapferen'. Sie sind doch Commander Bail Skirata. Sind sie nicht von den Marines rausgeworfen worden?!" Der altgediente Marine hob verlegen den Kopf und schaute auf die Decke des Raumes und meinte amüsiert "Achja, der Preis des Ruhm's."

      "Würden sie uns eventuell ein paar Fragen beantworten?" kam es hart aus den Mundwinkeln von Captain Mignola. Der verletzte Xi'An drehte sich im Bett leicht umher und hielt sich die Hände vor dem Kopf, als ob er gerade jetzt unter Schmerzen stehen würde. "Ohhh nein, ich bin schrecklich erschöpft. Ich bin vollgepumpt mit Medikamenten." "Da haben sie unser kollektives Mitleid." kommentierte der Neuseeländer kühl und betrachtete, gelangweilt von Baka'as Versuchen das Verhör vorzeitig zu beenden, seine Hände. "Wir wollen nur wissen was da draußen vor Caracas geschah." stellte Jennifer Mignola nochmal klar, jetzt aber mit einer lieblicheren Stimme als zuvor. Der Kerl verschweigt doch was, falls er jetzt mit irgendeiner Scheiße anfangen sollte, mach ich dem Jungen mal ordentlich Druck, nahm er sich gedanklich vor und der Verletzte antwortete Mignola "Sie wollen wissen was passiert ist? Naja, es gibt verschiedene Versionen der Wahrheit, Captain. Es gibt immer verschiedene Versionen und…und die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen…"

      Als genau das passierte was Bail vermutete, stand er auf, ging vor das Krankenbett und sprach mit leicht erhobener Stimme "Es zu früh und ich bin zu müde. Dämliche Versionen einer Intrige eines unbedeutenden Lieutenants interessieren mich einen Scheiß. Sie geben sich zuviel Mühe Baka'a. Wissen sie woran ich das erkenne? Sie schwitzten und sie schwitzten, weil sie nicht wissen wie viel Robinson uns bereits mitgeteilt hat." "Aber nein, ich schwitzte nicht...... ist ja gut, ich... ich rede schon?" entschloss sich der Xi'An, da es eigentlich für ihn keinen Ausweg aus dieser misslichen Lage gab.
      "Wie läuft es für sie bei den Marines und das noch bei den Menschen?" fragte Skirata nun ernst nach. "Es ist entsetzlich, ich hasse das Militär. Ich bin nur hier wegen meines Vaters, weil…weil er wollte, dass dies eine Stabilisierung der Beziehungen zwischen Xi'An und Menschen vorantreiben würde." "Sie haben Angst vor ihrem Vater, oder?" stellte die Offizierin fest. Kamat Baka'a fing etwas an zu lachen "Nein, wir hassen einander nur. Also normalerweise würde er nicht mal einen Finger krumm machen für mich. Aber wenn er etwas nicht ausstehen kann, dann ist es ein Skandal. Und naja, als ein hochangesehener Offizier der Xi'An Streitkräfte, mit einem Sohn der ganz wild auf menschliche Frauen ist, da ist der Skandal doch vorprogrammiert." Also so wie er Jennys Beine andauernd anstarrt, muss es ja stimmen, schlussfolgerte er daraus und bemerkte "Toleranz und Militär, dass geht nicht zusammen. Tja, hat diese Lektion einer Familiengeschichte irgend ne Pforte?" "Vor...vor ungefähr 2 Monaten da hab ich eine Beziehung mit einer süßen Kellnerin angefangen, mit schönen langen Beinen und... und mein Vater beschloss zu…zu intervenieren und Vice Admiral Cayannis behielt den Vorfall für sich. Aber auf Bitten meines Vaters, versetzte sie mich in den Ausbildungszug von Kalmar. Sie können sich denken das Kalmar das gehasst hat und naja, er hat dafür gesorgt das alle über mich Bescheid wussten." erklärte ihnen der Alien.

      "Er konnte sie nicht rauswerfen, also tat er alles dafür das sie von selbst gingen." schlussfolgerte Mignola daraus. "Er wollte mehr als nur das." stieß Baka'a leise und ängstlich hervor. "Mehr Intrigen, Kamat?" wollte der Alte wissen und blickte seinem Gegenüber tief in die Augen. "Master Chief Kalmar hat gedroht mich umzubringen und zwar unmissverständlich." Und gehört oder gesehen hat das natürlich keiner, dachte er sich, aber dann übernahm die Militäroffizierin die Frage, als ob sie geahnt hätte, dass Bail sich gerade dasselbe fragte. "Hat das jemand gesehen oder gehört?" "Nein, natürlich nicht. Das Shuttle flog mit geöffneter Rampe, niemand hat etwas gehört." antwortete der junge außerirdische Marine, tot ernst. Das ist schlecht...aber ich werde es ihm lieber selbst sagen, "Ich weiß ja nicht ob sie mit Ermittlungsarbeit verstraut sind. Aber es gibt so etwas wie ein Motiv und sie haben sich gerade eins verpasst." "Aber sie wollten doch wissen, was passiert ist und ich sag ihnen die Wahrheit." konterte der junge Xi'An fassungslos und verärgert. "Was ist mit den anderen Versionen?" hakte Skirata nochmal energisch nach. Aber der Patient antwortete nur emotionslos "Ich hab ihn nicht getötet." Daraufhin beugte sich Mignola zu ihm vor, was den Alien lächeln lies und sie fragte leise "Wer war’s dann?"

      Und wie auf Knopfdruck, entschied sich der Alien auszupacken "Ich wollte es jemanden erzählen, aber Gilani hätte mich nur ausgelacht. Hartmann hätte es ein Scheiß interessiert und Robinson und Kiska sicher auch. Natürlich hat mich Kalmar dann auch noch mit Antropos in ein Team gepackt, die mich vom ersten Tag wie einen Aussätzigen behandelt hat. Mir kam der Gedanke das Kalmar sie vielleicht bezahlt hatte. Vielleicht sollte sie dafür sorgen, dass ich einen Übungsunfall hatte. Als wir im Übungsgebiet waren konnte ich nur daran denken das Kalmar auch in diesen verdammten Dschungel war. Er zwang uns durch diesen Sturm zu torkeln und wartete einfach nur. Ich hatte grauenvolle Angst, ich wollte nicht das Opfer eines rassistischen und hasserfüllten Verbrechens werden. Ja... ja, ich sollte vielleicht gar nicht erzählen, dass ich Angst hatte, aber ich hatte Angst... ich hatte Todesangst. Ich hatte solche Angst, dass ich wirklich hätte jemanden umbringen können, ich meine…"

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    • "Aber sie taten es nicht!" schlussfolgerte Skirata prompt daraus und Baka'a starrte ihn mit seinen großen gelben katzenähnlichen Augen eine Weile an, bevor er fort fuhr "Doch plötzlich... ging nicht weit von uns eine Fusionsgranate hoch. Als ich und Antropos an der Stelle ankamen wo die Granate hochging, sahen wir Master Chief Kalmar tot und verbrannt auf dem Boden liegen. Die Granate hatte ihn getötet. Keinen Augenblick später kam auch schon Hartmann zur Unglückstelle. Wir fragten ihn ob er seine Granate benutzt hatte, dem war aber nicht so. Nach einem kurzen hektischen Gespräch, entscheiden wir uns zum vereinbarten Unterstand zu gehen. Kalmar ließen wir für die Militärpolizei zurück und nahmen nur seine Erkennungsmarke mit. Als wir schließlich im Unterstand angekommen waren, fanden wir dort Gilani und Robinson vor. Antropos berichtete ihnen das Kalmar tot sei und Robinson fragte wo Kiska stecke. Nach einer guten Viertelstunde gelangte auch er in den Unterstand. Als wir ihn fragten ob er seine Fusionsgranate benutzt hätte, antwortete er, Zitat: Na klar hab ich die benutzt, ich habe Kalmar damit umgebracht." Mignola fragte verblüfft nach "Das hat er wirklich gesagt?" "Naja, er dachte wir wären auf seine Seite, er war so en Typ…ich äh…also wie’s aussieht, war Kiska gar nicht Sein richtiger Name. Er...er war gefälscht, er…...er" Was ist den jetzt? Haste 'en Hänger?, fragte sich der Neuseeländer genervt und rückte den Xi'An wieder auf die Spur "Kommen sie!!! Ein bisschen mehr Konzentration, Kamat."

      Daraufhin fasste sich der außerirdische Lieutenant wieder und erzählte "Ok. Also dann ging Antropos plötzlich auf ihn los. Wir mussten sie zurückhalten und sie beruhigen. Also wir sagten, wir würden Kiska den Behörden übergeben und alle waren einverstanden. Als alle am schlafen waren, rief mich Kiska zu sich. Er wollte mich überreden, dass ich ihn befreie, da wir ihn sicherheitshalber gefesselt hatten. Er meinte auch, dass wir zusammen, Antropos und Gilani umlegen sollten. Da man den zwei Frauen nicht trauen konnte. Die anderen sollten wir nur überreden, aber soweit kam es nicht. Ich blockte ab und sagte ihm, dass er verrückt sei. Als ich wieder wach war, sah ich das Kiska und Robinson miteinander redeten. Dann sah ich wie Robinson zur schlafenden Antropos lief und seine Pistole gegen ihren Kopf hielt.

      Ich schrie auf und plötzlich ging alles ganz schnell. Antropos schlug die Pistole weg, der darrausfolgende Schuss traf Gilani direkt in den Rücken. Sie war sofort tot, unglücklicherweise hatte sie ihre Finger um den Abzug ihres entsicherten Sturmgewehres verkrampft, woraufhin sie reflexartig den Abzug betätigte und die Kugeln nur so durch den ganzen Unterstand flogen. Eine Salve zertrümmerte meine Hüfte, danach wurde ich ohnmächtig. Das nächste was ich weiß, war das Antropos auf uns geschossen hatte, als Robinson mich auf den Rücken trug."

      Da die Story sehr verzwickt war, wollte die Militärpolizistin nochmal etwas klarstellen "Antropos war hinter Robinson her?!" Der Alien nickte "Ja, weil er Gilani erschossen hatte." Das ergibt doch keinen Sinn, "Wieso hat er sie dann da raus getragen?" fragte Skirata und kratzte sich dabei am Bart. Die schlichte Antwort von Baka'a kam sofort "Vielleicht dacht er, dann hatte er jemanden der ihn deckt. Woher soll ich das wissen? Aber ich kann ihn nicht decken, ich hab ja alles gesehen, er hat die Leute erschossen." Wie es aussieht ist Robinson das Arschloch, stellte er fest und meinte zu dem Xi'An "Und das werden sie bezeugen?" "Aber klar!" Skirata entfernte sich vom Krankenbett "Ok, dass war’s." Der Ex-Marine und seine hübsche temperamentvolle Begleiterin wollten gerade das Zimmer verlassen, als der außerirdische Lieutenant vorsichtig und unsicher bemerkte "Skirata?!... Was hat Robinson ihnen erzählt?" Der Schmuggler drehte sich um, grinste und zwinkerte dem Verletzten zu.

      Dann verließen er und Captain Mignola das Zimmer.
    • Sky Highway - Hamilton Avenue, New York, Fahrzeug der Militärpolizei


      10:20 Uhr

      Die Militärpolizistin und der Alte flogen schon seit 5 Minuten den Hamilton Avenue Highway entlang, der sie zurück zum Navy HQ bringen sollte. Ganz spontan schlug Bail seiner Mitstreiterin während der Fahrt vor, so als ob er sonst keine anderen Sorgen hätte "Wollen wir ein Bier trinken?" Der alte Mann hätte nun eine zickige Bemerkung von ihr erwartet, aber alles was von ihren Lippen kam, war nur "Ich trinke kein Bier. Was ist mit dem Fall?"

      Da muss ich wohl ein wenig nachhelfen…hhhhmmm "Sie trinken kein Bier, wo gibt’s den so was?" Statt Bail anzusehen, starrte die Frau lieber auf den Verkehr und bemerkte arrogant "Bei mir! Was ist jetzt mit dem Fall?" Der Ex-Marine legte seine Hände an den Hinterkopf und ließ sich gemütlich inden Sitz sinken "Na, der ist doch erledigt undes sind noch 3 Stunden und 40 Minuten übrig. Ich dachte, wir trinken ein Bierund ich flirte ein bisschen mit ihnen. Hhhmm, also was meinen sie?" Wie so oft, ging die streng nach Vorschrift laufende Offizieren nicht aufSkirata's Spielchen ein, obwohl es diesmal sein Ernst gewesen wäre. "Sie glauben also Baka'a?" fragte sie ihnverwundert "Hundertprozentig! Weil Robinsonuns nichts sagen wollte und wieso? Weil er es getan hat."klatschte der Neuseeländer ihr leicht auf die Schulter. "Nein. Robinson hat Baka'a immerhin gerettet. Ich denkenicht, dass er zu einem Mord fähig ist." Ohhh Mädchen, was soll denn das nun wieder, du hast einfachkeine Erfahrung, brabbelte sich Bail gedanklich in den Kopf und fragte Mignola nun gezielt nach ihrer Dienstzeit bei der Militärpolizei "Seit wann machen sie das hier?"

      "Was hat das denn damit zu tun?"kam es gereizt aus den Mundwinkeln der Frau. Einfachalles Mädel...einfach alles, antwortete er ihr innerlich bevor er sieaufklärte und ein wenig zurechtrückte "Das bedeutet also erst seit kurzem. Mignola, Mord ist einfach, keine Verschwörung,keine großen Mysterien, keine Marionettenspieler die hinter den Kulissen dieFäden ziehen. Jeder ist zu einem Mord fähig." In seinem Augenwinkel konnte er erkennen, dass sich Jennifer mehr als nur ärgerte, wundervolles Temperament. "Robinson ist unser Mann." lautete sein Schlusswort für dieses Gespräch und sogleich ließ er sich weiter in den weichen blauen Stoffsitz sinken, schloss die Augen und genoss erst einmal die Ruhe.

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    • Navy HQ - Melina Cayannis' Büro >


      10:50 Uhr

      Schon eine ganze Weile erzählten Jennifer und Bail, Vice Admiral Cayannis die Story von Lieutenant Baka'a. Als Argument entgegnete Cayannis das, was Bail innerlich auch wusste. "Bail, wir haben keinen handfesten Beweis. Wir brauchen ein Geständnis." Bei dieser Aussage musste der Ex-Marine sarkastisch auflachen "Von Robinson? Vergiss es, keiner presst ein Geständnis aus ihm raus das ihm die Todesstrafe einbringt." Melina blieb trotz dieser amüsanten Haltung ihres alten Freundes sehr ernst und deutete nur an "Nichts desto weniger." Skirata runzelte die Stirn, irgendetwas verschwieg Melina, da sie sonst nie so nachdenklich ausschaute. Der 58-Jährige achtete genau auf die Mimiken der kurzhaarigen Afrikanerin, um vielleicht irgendetwas zu erkennen, was ist mit dir bloß los Melina?

      "Was soll den das nun wieder? Baka'a sagt auf jeden Fall aus, mehr brauchen wir nicht." stellte Bail leicht entrüstete klar. Die Admiralin blickte ihn und Mignola weiterhin äußerst ernst zu und bemerkte unmissverständlich "Es reicht mir aber nicht." Der Neuseeländer, der auf einem Stuhl saß und seine Füße auf einen kleinen Schrank abgelegt hatte, schüttelte ungläubig den Kopf und zischte nur ein verärgertes und enttäuschtes "Tja." heraus. Schließlich erhob er sich und sogleich verließen er und die hübsche Militärpolizistin das Büro von Cayannis in Richtung Taktik Besprechungsraum, wo sie nun wieder auf Robinson treffen sollten.

      Irgendetwas verschweigt Melina...irgendetwas, da sie sich sehr unsicher ist. Und zudem beharrt sie darauf, dass Robinson unbedingt eine Aussage machen muss, obwohl sie die von Baka'a schon in der Hand hat. Komisch, früher gab sich Melina immer mit einer Lösung zufrieden...aber jetzt......
    • Navy HQ - Taktik Besprechungsraum >



      10:54 Uhr

      Keine 5 Minuten später, trafen der Ex-Marine und seine launenhafte Begleiterin vor dem Besprechungsraum an. Dort hatten sie Robinson, gemeinsam mit einem Soldaten als Wache, die ganze Zeit alleine gelassen. Bail stampfte launisch und geladen in den Raum, dabei schlug er die Tür praktisch mit einem Gewaltakt auf. Kein Wunder das er so übel drauf war. Vor nicht einmal 2 Minuten hatte Skirata eine Nachricht von seinem Mafioso Freund Gino erhalten. Dieser wollte wissen, ob Bail schon auf Hursten gelandet sei. Dies war natürlich nicht der Fall und so ließ der Neuseeländer seine Laune an Robinson aus. "Hallo Robinson, wir hatten ne hübsche Unterhaltung mit ihrem Freund, mit Baka'a. Sie haben ja wohl ne Menge Leute umgebracht." schlug er dem Verdächtigen mit einem provozierenden Tonfall gegen den Kopf. Robinson verzog sein Gesicht und verfluchte lautstark seinen Kameraden Baka'a "Dieses blöde Arschloch."

      Skirata setzte daraufhin sofort nach "Tja, so würde ich wohl auch reagieren." Der sich nun an die Wand Gestellte, gab ein kleines Rettungsmanöver von sich, dieses war mehr als lachhaft "Er lügt!!!" Der Alte kicherte mal wieder amüsiert vor dieser Aussage auf. Skirata ging im selben Moment um Robinson herum, setzte sich hinter dem Marine auf einen Tisch und bemerkte abfällig, aber dennoch mit einer belustigten Stimme "Ah ha…warum haben sie nichts gesagt? Wir hätten alle Anklagepunkte fallen lassen können." Robinson drehte sich daraufhin blitzartig um und schnauzte "Ich meins ernst verdammt nochmal." Bail konnte an dem verzweifelten Gesichtsausdruck des Jungen schon ablesen, dass er sehr unter Druck stand und vielleicht dennoch etwas Weiteres verschwieg.

      In diesem Augenblick machte sich auch Mignola wieder bemerkbar "Ernst? So ne Scheiße, im Moment würden wir jedem Junkie mehr glauben als ihnen. Also haben sie was zu sagen? Dann los…" Robinson fasste sich, sein Gesicht wurde ernster und schließlich gab es eine ungeheure Kehrtwende der Geschichte. "Hat Baka'a auch ihnen das mit den Drogen erzählt? Von den Geschäften die Antropos machte?" Drogen? "Was für Drogen?" fragte Jennifer gezielt und als ob jemand Robinson auf den Knopf gedrückt hätte, floss es nur so von Informationen "Kamen aus der Klinik, 80 Credits pro Päckchen. Man kann Master Chief Kalmar viel leichter ertragen wenn man den Schmerz nicht spürt."

      Nun wurde der 58-Jährige hellhörig und sprang förmlich hinter dem Jungen auf "Hey!!! Das ist gut Robinson. Sie sagen das Wort Droge und ich bin auf der Stelle ganz Ohr, ja." Der junge Verdächtige schüttelte heftig den Kopf, vermutlich dachte er, dass er jetzt als Junkie abgestempelt würde. Daraufhin entgegnete er seinem Gesprächspartner "So ist es nicht." "Ach nein? Warum haben sie nichts davon gesagt, bevor sie des Mordes beschuldigt wurden. Nein warten sie, sagen sie's nicht. Ich sag's ihnen." machte Skirata dem Jungen klar, umrundete ihn, schnappte sich einen dieser weißfarbenden Stühle und hockte sich direkt vor Robinson. Als kleine Aufmerksamkeit schlug der alte Marine mit seiner Faust leicht auf den Tisch "Drogenbesitz in den UEE Streitkräften bringt 30 Jahre Gefängnis. Und wenn Baka'a sie verarscht, verarschen sie ihn ebenso."

      Skirata starrte sein Gegenüber ganz genau an, dass schwere Schlucken und der Schweiß der sich auf der Stirn des Jungen sammelte, verriet Bail, dass er beinahe am Ziel war. Stattdessen bemerkte der Verdächtige aber nur "Ich habe Kalmar nicht erschossen." Junge halt mich nicht für blöd, mahnte der Neuseeländer Robinson gedanklich, da er die Antwort bereits von Baka'a kannte "Das weiß ich, dass war Kiska." Plötzlich fing der Befragte an zu schmunzeln und leise an zu lachen "Ha…sie meinen auch sie wüssten alles, was?! Sie haben noch nicht mal an der Oberfläche gekratzt." Ach du willst also spielen?! Das kannste haben mein Freund. Der 58-Jährige beugte sich weit zu Robinson vor, grinste dabei üblich breit "Ich weiß soviel, dass sie nur zwei Möglichkeiten haben. Sie können ein Geständnis unterschreiben und den Rest ihres Lebens in ner' Zelle verbringen. Oder sie können sagen, wir können sie am Arsch lecken. Dann werden sie gehängt."

      Der Blick des Jungen wurde finster und beide sahen sich tief in die Augen. Jetzt ging Bail ein hohes Risiko ein, er wollte Robinson kränken und auch auf das härteste provozieren. Der alte Mann presste seine Hände auf den Tisch, beugte sich unheimlich nahe an Robinsons Gesicht, so das er seinen Atem förmlich spüren konnte und dann gab er ihm grinsend den Rest "naaaaaa... kratze ich jetzt, an ihrer Oberfläche?"

      Diese Provokation brachte das Fass nun endgültig zum überlaufen. Plötzlich und mit einem gewaltigen Hechtsprung, warf Robinson den alten Schmuggler hart zu Boden. Fuck!!! Fuck!!! Was ist den nun los...keine Handschellen??? In diesem Moment, ballte der junge kampfeslustige Angreifer seine rechte Hand zur Faust. Keine Frage wo das Ziel dieser Faust wohl sein mochte. Aber noch bevor er zum Schlag ausholen konnte, überwältigte Mignola Robinson mit einem gezielten Schlag ihrer Pistole auf dessen linker Schläfe. Es gab einen dumpfen Schlag und der Verdächtige fiel sofort bewusstlos zu Boden. Skirata rappelte sich allmählig auf. Das gibt’s doch nicht, da will man einer Freundin helfen und was passiert? Wann wird beinah verkloppt...Scheiße verdammt.

      Total angespannt verließ der alte Mann im hohen Tempo den Besprechungsraum. Kaum war er an der Tür, stürmten schon vier weitere Militärpolizisten in den Raum.
    • Navy HQ - Flur >


      11:22 Uhr

      Vor dem provisorischen Verhörraum lief der wutentbrannte Skirata auf und ab. In was für ne Situation bin ich hier hineingekommen? Und vor allem warum???...Eins ist klar, ich spiele für niemanden mehr den Botenjungen. Als er förmlich an seinem Bart zog, kam Mignola mit, man könnte beinahe sagen, einem enthusiastischen Lächeln aus dem Besprechungsraum. "Accchhh verdammt!!! Warum hatte er keine Handschellen?" schmetterte der alte Mann der Offizierin entgegen. Diese verschränkte ihre Arme und sah Bail mit einem Blick an, der auszudrücken vermochte: 'Ja, ja, da hat sich jemand gewaltig aus dem Fenster gelehnt.' Schließlich entschuldigte sie sich für den Vorfall "Einer meiner Leute hatte Robinson die Handschellen entfernt, da er eine Rauchen wollte. Es wird nicht wieder vorkommen. Naja, zum Glück war ich ja da."

      Skirata rollte mit den Augen, jetzt verarscht sie mich aber?! Normalerweise ist das doch mein Part...Ach Bail, du wirst zu alt für diesen Scheiß, schlussfolgerte er und gab ein ironisch klingendes Kommentar von sich "Wenn sie das nächste Mal den Helden für mich spielen wollen, fragen sie mich bitte vorher." Dann hob er seine Arme, presste seine Lippen eng aufeinander, zeigte mit dem rechten Zeigefinger in Richtung Besprechungsraum und wollte gerade über den Insassen herziehen, als ihm urplötzlich nur eines in den Sinn kam, hau doch einfach ab Bail! und im selben Augenblick wendete er sich von Jennifer ab und lief in hohen Tempo zur Eingangshalle.


      Navy HQ - Eingangshalle >

      11:24 Uhr

      Der Zufall wollte es offenbar so, dass Vice Admiral Cayannis gerade zu diesem Zeitpunkt am Empfangsschalter stand und sich mit zwei anderen Offizieren unterhielt. Der übel gelaunte Neuseeländer bemerkte sie wohl gar nicht, nur ihre sanft klingende Stimme vernahm er "Bail? Wo gehst du hin?" Immer noch stur auf den Ausgang zumarschierend entgegnete er "Ich bin fertig. Ich bin raus aus der Sache." Der altgediente Marine hielt weiter auf den Ausgang des Gebäudes zu, als er hinter sich schnelle Schritte hörte. Keine Sekunde später drängte ihn die Person "Warte, warte!!! Was ist mit dem Geständnis?" die sich als keine andere als Melina herausstellte. So jetzt reicht's!!!, Skirata blieb wie angewurzelt stehen, dann drehte er sich um 180° und lief Melina mit einem verärgerten Gesicht entgegen.

      "Wieso gestehst du nicht verdammt?" fragte er sie schuldsuchend. Er stand der Frau dicht gegenüber und zeigte mit dem Finger auf sie, als ob sie alleine an allem Schuld wäre "Ich bin doch nur hier um deine Karriere zu sichern, hab ich recht? Immerhin gab’s Tote, aber das interessiert dich einen Scheißdreck." Unglaublich, Skirata griff verbal die ranghöchste Admiralin innerhalb von New York an und stellt sie vor allen Anwesenden bloß. Nun, diese Wirkung hatte es, da jeder in der Eingangshalle seine Blicke auf die Beiden geworfen hatte. Jetzt konnte Melina nicht mehr ruhig bleiben, sie wollte klarstellen, was Bail so auf die Palme brachte "Wovon redest du? WAS SOLL DAS???" fragte sie zornig und lautstark. Die prompte Zurechtweisung des Neuseeländers folgte sofort und genauso lautstark "Ich rede von Kalmar. Du…du bist der Kommandeur hier, du weißt wie brutal er war und hast NICHT eingegriffen. Das dem jemand den Arsch abfackeln würde, war doch klar. Und weißt du was? Er hat es verdient!!! Siehst du, siehst du, da hast du dein bescheuertes Geständnis."

      Enttäuscht von Melinas Versagen und sowieso geladen durch die Rangelei mit Robinson, stürmte der 58-Jährige aus dem Gebäude. Der Vice Admiral blieb nur stumm zurück, die Hand auf die Stirn gelegt.

      Vor dem Navy HQ >

      11:26 Uhr

      Der Schmuggler hatte noch keine 10 Meter Abstand von sich und dem Gebäude genommen, als hinter ihm eine nervöse, aber dennoch fürsorgliche Stimme Skirata zurief "Skirata! Skirata! Was…was ist denn nun mit Robinson? Ich meine das, was er über die Drogen gesagt hat?" Das darf doch nicht wahr sein, ausgerechnet jetzt, muss mich diese Hyäne von Polizistin aufhalten, seufzte der Mann und hatte schon einen Spruch für Jennifer parat "Mignola, sie sind einfach unmöglich. Wenn jetzt jemand sagt, Weihnachtsmann, dann sagen sie: 'Sie können nicht abhauen Skirata, wir haben die Sache mit den fliegenden Rentieren noch nicht untersucht'." Doch dies verschlimmerte nur noch alles, jetzt wurde Mignola ebenfalls grantig und es begann ein hitziges Gespräch, ja praktisch eine Schlacht "Sie beschissener Feigling."

      Bail währte sich sogleich "Moment…ja. Jetzt machen sie mal en Punkt, ich hab's erlebt, ok! Der Typ hat mich auch gequält, ok! Ich hab ihm schon vor 30 Jahren den Tod gewünscht und jetzt sagen sie mir, ich soll Mitleid seinem Mörder haben?! Vergessens sie's, ich doch nicht Schwester." Mignola ließ dennoch nicht locker und stichelte ihn weiter an, da sie wohl sein Verhalten nicht gut zu heißen schien "Also scheiß auf die Navy, ja?! Scheiß auf die Marines, scheiß auf die Jungs?!" "Ganz genau, ganz genau!" kam es zum Teil ernst gemeint, aus seinen Mundwinkeln. "Ja, die wollen doch nur der UEE dienen, Skirata. Die stehen für das Gute ein und beschützten... Arschlöcher wie sie." "Also jetzt…jetzt reden sie aber nicht mit mir, wie irgend so en' beschissenes Rekrutierungsposter. Ich habe meine Zeit abgeleistet!" Aber Jennifer ignorierte dies und labberte nur "Ja, ja, ja." das machte den 58-Jährigen so wütend, dass er die hübsche Frau geradewegs anschrie "Ich habe meine Zeit abgeleistet!!!"

      Der alte Schmuggler dachte, dieser Tonfall würde sie kränken, dass tat er aber nicht. Stattdessen warf die Militärpolizistin ihm genau das vor dem Kopf, was Skirata selbst jeden verdammten Tag dachte "Aber sie konnten es nicht durchziehen." Bails Mine lockerte sich und mit dieser Lockerung kam auch ein Eingeständnis, dass er sich selbst nie gestellt hatte "Genau!" Ist traurig aber wahr, ich hab's nicht durchziehen können. Daraufhin entspannten sich beide wieder, da keiner von ihnen Lust hatte, sich selbst Vorwürfe zu machen. Der Alte drehte sich von Mignola weg, kehrte ihr den Rücken und betrachtete nachdenklich die Skyline, die sich vor ihm in einem schönen Blau empor hob.

      Er vernahm, dass Mignola tief durchatmete und kurze Zeit später, spürte er eine warme weiche Hand auf seiner Schulter "Sie waren mal so wie ich, wissen sie das? Sie haben an die ganze Sache mit Ehre und Pflicht geglaubt. Sie wollten die Galaxis verändern, dass haben sie doch gesagt. Sie haben dran geglaubt, ich hab's in ihren Augen gesehen. Sie haben es geglaubt und diese Kid's auch. Aber jetzt können die die Geschichte niemals erzählen und Kalmar nie als das Ungeheuer hinstellen, dass er ihrer Meinung nach war." Skirata nickte nur mit dem Kopf und meinte "Ich dachte sie wollten mich loswerden?" "Ich hab mich so an sie gewöhnt. Ich würde gern nochmal da rein gehen und mit Baka'a reden und auch nochmal mit Robinson. Ich will versuchen das Chaos zu entwirren, weil es mir nicht gleichgültig ist, was da passiert ist. Und ihnen geht's genau so."

      Vergiss die Streiterei von eben. Sie hat Recht, mir ist es wirklich nicht egal, was den armen Jungs wiederfahren ist. Als der Ex-Marine auf den in der Ferne fließenden Luftverkehr blickte, schoss ihm ein kleines, aber wichtiges Detail in den Sinn. Aber das...Doch er sagte es, genau so. Bail drehte sich langsam um, sein Gesichtsausdruck verriet, dass er ganz genau nachdachte. Und sofort strömte der entscheidende Hinweis von seinem Hirn direkt auf seine Lippen "Ich habe Kalmar nicht erschossen!" Die eben noch hitzige und streitsüchtige junge Offizierin sah den alten Mann perplex an und runzelte mit der Stirn "Was?"

      Augenblicklich deckte Skirata auf "Robinson sagt: 'Ich habe Kalmar nicht erschossen.' Kalmar ist nicht erschossen worden. Baka'a sagt: 'Ne Fusionsgranate hätte ihn verbrannt.' Robinson hat die Leiche also niemals gesehen."

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    • Navy HQ - Taktik Besprechungsraum >


      11:48 Uhr

      Skirata und Captain Mignola waren in der Zwischenzeit wieder im HQ angekommen. Dort sind sie auch gleich in den taktischen Besprechungsraum zurückgegangen. Robinson, sichtlich wieder voll auf der Höhe, saß mit Handschellen fixiert auf seinem Stuhl. Bail saß ihm gegenüber, während der Captain lieber neben dem alten Mann stand. Es herrschte eine peinliche Stille, der Ex-Marine starrte momentan nur auf die beiden Becher Kaffee, die sich die zwei Verhörspezialisten kurz zuvor geholt hatten. Der Neuseeländer blieb weiterhin stumm, stattdessen wanderte sein Blick durch den Raum. Viel hatte sich nicht verändert, außer das es nun 2 Militärpolizisten waren, die vor der Türe standen und Robinson, der eine Zigarette rauchte. Die rote Beule auf seiner Schläfe war nicht zu übersehn. Schließlich fiel Skiratas Blick auf die Fenster, ich will wieder unter die Sterne, was mach ich hier eigentlich?

      "Hörn sie, ich möchte mich für das von vorhin entschuldigen." gab der Verdächtige höfflich zu verstehen. Der Alte schaute hoch zu Mignola und signalisierte ihr mit einem leichten Nicken, dass sie anfangen soll "Nochmal zu Kalmars Leiche." Ruhig und gelassen antwortete der Junge "Ich hab sie gesehen." Nun konnte der 58-Jährige nicht mehr still sein, aber anstatt seine Stimme zu erheben oder Robinson sonst irgendwie anzugreifen, fragte er ganz normal "Wo?" "Unten am Flussbett." Jetzt klinkte sich auch die junge Offizierin in das Gespräch ein "Er war erschossen worden?" "Was war mit der Fusionsgranate?" wollte Bail gleich noch dazu wissen. Robinson zog lange an seiner Zigarette und meinte "Eine ist losgegangen, aber nicht auf ihn. Ich dachte das wüssten sie." Jennifer stützte sich auf dem Tisch ab, sah dem Soldaten ins Gesicht und machte ihm klar, dass er jetzt die Story erzählen solle "Erzählen sie...los."

      Kein Sekunde später folgte die heiß begehrte Story "Als die Granate hochging bin ich, Gilani und Baka'a am Unglücksort angekommen. Kalmar lag tot auf dem Boden, seine Brust glich einem Hamburger. Wenig später stieß Hartmann zu uns." Was??? Das lief doch anders ab oder nicht?, erinnerte sich der Schmuggler und hob seine Hände, ein Zeichen für Robinson das er anhalten sollte zu erzählen "Stopp!!! Baka'a sagt, nur er, Hartmann und Antropos sind bei der Leiche aufgekreuzt. Gilani und sie waren doch im Unterstand." Der Befragte schüttelte den Kopf und stellte energisch klar "Er lügt! Ich war bei der Leiche. Antropos haben wir erst gesehen als wir zum Unterstand zurückkamen. Dort fragte sie, wo wir gewesen sind. Wir erzählten ihr, dass Kalmar tot sei und das eine Fusionsgranate hochging." "Halt! Antropos war alleine da im Unterstand?" wollte Mignola nochmal genau wissen, während sie kurz zu Skirata schaute. "Ja. Sie meinte, dass sie von Kiska getrennt wurde. Daraufhin wollte ich wissen, ob sie ihre Fusionsgranate noch hatte. Antropos hatte die Granate aber noch, ich hatte es ihr nicht abgekauft."

      Augenblicklich richtete sich die Militärpolizistin auf, verschränkte ihre Armee und bemerkte in einem arroganten Tonfall "Sieh mal an, darin sind sie und Baka'a sich einig." Nicht jetzt Mignola, dass ist erstmal unwichtig. "Wie ist es weitergegangen?" wollte Bail begierig wissen und dann fing der Junge auch schon an zu reden "Dann kam Kiska. Wir fragten ihn wo er gewesen sei, daraufhin antwortete er, dass er nicht mehr zurückgefunden hätte und sein Funkgerät ausgefallen sei. Als Gilani sagte, dass Kalmar tot sei, wurde Kiska unruhig und wurde zornig. Zitat: 'Nur weil ich Kalmar gehasst habe, soll ich es gewesen sein? Kaum taucht ne Leiche auf, wird die Schuld dem schwärzesten Gesicht von allen zu geschoben.' Ich überprüfte seine Ausrüstung, als ich keine Fusionsgranate bei ihm fand, lies ich Kiska von Hartmann festbinden. In der Nacht als alle anderen schliefen rief mich Kiska zu sich, er sagte mir, dass jemand die Granate aus seiner Tasche gestohlen haben soll. Als ich fragte wer es getan haben sollte, meinte Kiska: 'Antropos wer sonst.' Daraufhin zeigte er mir eine Art Spritze, so genannte Marinecocktails.
      Antropos soll sie ihm vertickert haben. Er zeigte mir auch seine Einstichwunden, er nahm das Zeug seit über 8 Wochen, damit er die Ausbildung unter Kalmar überstehen konnte. Dann meinte er, dass Master Chief Kalmar den Drogenhandel auf die Schliche gekommen sei und Antropos und Baka'a ihn daraufhin umlegen wollten. Den Rest kennen sie ja, bei der darauf folgenden Schießerei wurde Kiska von Antropos in den Kopf geschossen. Gleichzeitig wurde der Unterstand durch den heftigen Sturm in Stücke gerissen…aber wie ich schon sagte, den Rest kennen sie ja. Bekomm ich noch einen Kaffee?
      "

      Skirata war so von dieser Geschichte gefesselt, dass er vollkommen die Frage des Jungen, schlicht überhörte. "Bekomm ich bitte noch einen Kaffee?" Erst bei der 2. Anfrage wurde der Neuseeländer auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. "Hhhmm? Äh...ja…klar, eehhm...ja." brabbelte er durcheinander zu Robinson. "Sie können meinen haben, er ist noch warm." bot Mignola Robinson ihren Becher an und im selben Moment bat sie, durch ein klopfen auf Bails Schulter, dass er mit ihr kommen sollte. Daraufhin begaben sich der 58-Jährige und die hübsche streitsüchtige Offizierin in eine der Ecken des Raumes.
      Dort unterhielten sie sich über Robinsons Aussage "Ok. Der Plan war also: Kalmar zu töten und es Kiska anzuhängen." fing sie an und sprach dabei so laut, dass nur Skirata sie verstehen konnte. "Genau und damit das funktioniert, braucht man einen Zeugen." "Robinson!" bemerkte die Frau. "So ist es." "Das ist ein guter Plan, aber er geht schief. Antropos flippt aus und erschießt den Sündenbock. Daraufhin beziehen sie Robinson, Gilani und Hartmann in die Story mit ein." Ja, dass ist wirklich genial , aber... "Gilani und Hartmann wären auch dafür gewesen, hätte der Sturm nicht die Bude platt gefegt."

      Jennifer grinste "Bude platt gefegt?" Schließlich gab er ihr zu verstehen "Naja, ich meine, ähm Sim Sam Sum…Happy End. Was denken sie?" Die Offizierin setzte eine entmutigte Mine auf ihr Gesicht und machte eins sehr deutlich, während ihr Gegenüber einen kräftigen Schluck Kaffee nahm "Ich meine wir brauchen Beweise." Das stimmt allerdings...am besten sollte der Kerl alles aufschreiben, kaum zu Ende gedacht, drehte der Neuseeländer seinen Kopf in Richtung Robinson und befahl ihm, in einem neutralen freundlichen Ton "Robinson, sie müssen das was sie gesagt haben schriftlich niederlegen." Gemächlich liefen dann auch schon beide zum Marine hinüber "Und Gayelord! Damit sie ne Chance haben da raus zu kommen, brauchen wir Beweise für ihre Aussage, ansonsten ist es nichts weiter als ein Märchen."

      Der immer noch Gefesselte nickte, zwang unter Mühe seine rechte Hand so gut es ging in seine rechte Hosentasche und nahm eine Art Einwegspritze, frisch in Folie eingeschweißt, aus der Tasche. Bail fiel die Schublade herunter und griff sich an den Kopf, ne' !!! Das darf doch nicht wahr sein. Tja, die Navy hat sich sehr verändert, musste er enttäuscht feststellen. Und gleich darauf, folgte eine noch so brisantere Enthüllung, die für Mignola jedoch sehr viel größere Auswirkungen haben sollte. "Kiska hat gesagt, der Lieferant wäre jemand aus dem Militärkrankenhaus da drüben. Der Typ heißt Jerry Zhang." Oh, oh...Jerry hängt da mit drin? Skirata konnte nicht einmal weiter darüber nachdenken, da Jennifer wie wild aus dem Zimmer stampfte und die Tür hinter sich zuschlug.

      Der Ex-Marine wusste nur zu gut, wo das Temperamentbündel hin wollte und lief ihr auch gleich hinterher.

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    • Sky Highway - Hamilton Avenue, New York, Fahrzeug der Militärpolizei




      12:35 Uhr

      Stille. Das war das einzige was Bail im Inneren des Fahrzeugs vernahm. Nur das gelegentliche Zischen, wenn ein anderes Auto an ihnen vorbei flog, war zu hören. Jennifer Mignola kochte vor Wut, dies konnte man nämlich an ihren weiß hervorstechenden Fingerknöcheln sehen. Wow, die vergewaltigt das Lenkrad ja richtig. Wie die Militärpolizistin, wollte auch der Schmuggler wissen, was Jerry mit der ganzen Sache zu tun hatte. Hhhmm, sie war doch mit Jerry zusammen. Am besten spreche ich sie mal drauf an...Aber vorsichtig, entschloss er sich und drehte seinen Kopf zu Mignola. Diese starrte nur gebannt und mit einem eisigen Blick auf den Verkehr.

      "Wie lange waren sie mit Jerry zusammen?" fragte Skirata sie ganz normal. "Mit Unterbrechung…3 Jahre." "Hhhmm…war's ernst?" wollte der alte Mann wissen. "Halb ernst." "Für sie oder für ihn?" Die Militärpolizistin lächelte kurz, aber dennoch war sie nicht fröhlich "Mich müssen sie nicht verhören Skirata." Nun wollte der Neuseeländer auf den Punkt kommen "Wussten sie von den Drogen? Ich muss das fragen, tschuldigung...Also?" Jennifer wendete entsetzt ihren Kopf "Nein!!!" in ihrer Stimme lag eine gewisse Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit.

      "Wir müssen den Herrn verhören." "Ist mir ein Vergnügen." kam es leise und hinterlistig aus Jennifers Mund.
    • Kings County Militärkrankenhaus, Dr. Jerry Zhangs Büro >




      12:40 Uhr



      Einige Augenblicke später waren der 58-Jährige, die Militärpolizistin und der Verdächtige Jerry Zhang, in dessen Büro im Militärkrankenhaus angekommen. Mignola saß auf einem Stuhl vor Jerry, der hinter seinem Schreibtisch saß. Er hockte ihr etwas versetzt gegenüber. Wo hingegen es sich Skirata auf einem halben Meter hohen grauen Aktenschrank, gemütlich gemacht hatte. Er saß zwar ganz in einer Ecke des Raumes, aber dieses war auch beabsichtigt. Der gediente Marine wollte, dass Jennifer ganz alleine mit Jerry fertig werden sollte. Immerhin ist es in gewisser Maßen auch ein privates Problem. Ok, los Baby. Zugleich legte die vor Wut kochende Frau, ein kleines Diktiergerät auf den Schreibtisch. Das Gerät erinnerte Bail irgendwie an die alten Musik-Player von der Erde. Schließlich aktivierte Mignola das Gerät und es offenbarte mit Robinsons Stimme, folgende Aussage: "Kiska hat gesagt, der Lieferant wäre jemand aus dem Militärkrankenhaus da drüben. Der Typ heißt Jerry Zhang."

      Jerry kommentierte daraufhin sarkastisch "Scheiße!!! Wenn's auf dem Band ist, muss es ja wohl war sein, hahaha." Doch die Polizistin riet ihm "Kleiner Rat gefällig?! Charmant sein ist jetzt nicht gerade die richtige Taktik." Aber schon die weitere Bemerkung des Asiaten, brach den beiden Ermittlern praktisch das Genick "Ich möchte einen Anwalt." Scheiße...Jetzt sind wir am Arsch. Es sei denn... "Nein." bemerkte Mignola kalt. "Was sagst du?" stieß es verblüfft aus Jerrys Mundwinkeln. "Nein, du kriegst keinen Anwalt." entgegnete sie ihm wieder kalt, dabei begleitete ein freudiges Grinsen ihre Worte. Jerry lachte auf "Ha…du kannst mich mal Jenny. Nach UEE Militärrecht steht mir ein Anwalt zu und dir muss ich gar nichts erzählen." Da hat er Recht. Ich hoffe Mignola findet ne Lösung, um ihn zum reden zu bringen, hoffte Skirata innerlich. Da erspähte er, wie sich die junge Offizierin unter den Schreibtisch beugte. Der Ex-Marine nahm an, dass ihr etwas runter gefallen sei oder das ihr etwas im Schuh steckte.

      Doch plötzlich ging alles ganz schnell. Blitzartig kam die Polizistin wieder zum Vorschein, in ihren Händen hielt sie ein dickes schweres rotes Medizinbuch. Dieses schleuderte sie in Sekundenbruchteilen gegen Jerrys Gesicht. Man hörte lediglich einen schmetternden Schlag, dass darauf folgende Knacken eines Knochen und schließlich das Geräusch, vom Stuhl und Jerrys Körper, der auf dem Boden aufschlug. Begeistert von Jennifers außergewöhnlicher Lösung, ließ Bail auch gleich einen Spruch ab "Wow, was sagt man zu diesen Europäern?!" Der glatzköpfige Asiate, der jetzt mit einer äußerst blutenden Nase auf dem Boden lag, konnte es nicht fassen was gerade geschehen ist. Sogleich machte die Polizistin ihm eines klar, sie schien deutlich erleichtert zu sein, da sie nun ihre geballte Wut ausgelassen hatte "So Jerry, dass war natürlich illegal. Das Aus für meine Karriere in der UEE. Im Klartext: Ich habe nichts zu verlieren. Also…willst du wirklich in die 2. Runde gehen?" Der Neuseeländer wusste, dass der Offizierin nichts geschehen würde. Da man manchmal über die Verhörpraktiken der MP hinweg sah und in Zhangs Fall, war dies offensichtlich.

      "Was zum Teufel! Was für ne Scheiße!....Ich hab die Dinger Marinecocktails getauft, ok?! Die Jungs wurden süchtig, sie haben gedealt. Wer drin war kam nicht wieder raus, es war das perfekte Verbrechen. Im Ernst." plauderte Jerry nun alles aus. Und dir hab ich vertraut, dachte Skirata enttäuscht und fragte den noch immer am Boden Liegenden "Und wie lief das mit den Drogentests?" "Na wer hat die Tests den durchgeführt?! Ich hab deren dreckige Pisse, gegen saubere ausgetauscht. Die konnten nehmen was sie wollten, der Test war nie positiv." Mignola saß weiterhin gemütlich auf dem Stuhl und fuhr sich durch ihr kastanienbraunes Haar, als sie weiter fort fuhr "Wer hängt da noch mit drin?" Jerry ignorierte die Frage, da er dauernd an seiner blutverschmierten Nase herumhantierte und die Offizierin anbrüllte "HEY, du hast mir die Nase gebrochen!!!" Unbeirrt davon, fragte Mignola nocheinmal in aller Ruhe. "Wer steckt da noch mit drin?" "Diese Griechin Antropos und der Xi'An…der ne Kugel abgekriegt hat." Die beiden Ermittler starrten sich erschrocken an, dies fiel dem Verdächtigen auf "Was, dass wusstet ihr nicht?"

      Baka'a??? Also ist er der Hurensohn?, schlussfolgerte der Schmuggler daraus und wollte wissen "Wie hast du sie angeworben?" "Du weißt wie es in der Navy ist, Booster. Du findest die faulen Eier sofort. In der ersten Woche hab ich zwei von ihnen aus dem Stützpunkt rausgeholt, hab ihnen etwas zu Trinken spendiert und versucht rauszukriegen wer von ihnen interessiert war. Was dann kam war völlig locker. Ich hab ihnen das Zeug besorgt und die haben's verteilt, dass war's." berichtete er und sah zu Jennifer hoch "Du hast mir die Nase gebrochen." Diese blieb total unberührt von Jerrys Mitleidstour, stattdessen sprach sie "Wann kam Kalmar dahinter?" "Ich wusste nicht, dass er es wusste. Ich bin nur der Lieferant, von dem was da in Caracas passiert ist, hab ich keine Ahnung." Skirata schüttelte mit dem Kopf und entgegnete in einem abwertenden Ton "Das ist aber nobel, vielen Dank für die Klarstellung."

      "Seit wann treibst du das?" "Mein Gott ich hab doch nicht auf die Uhr geguckt." "Hast du's schon gemacht als…" da vollendete Jerry die Frage seiner Ex-Freundin und gab ihr die schneidende und verletzenden Wahrheit "... als wir gevögelt haben? Ja, direkt unter deiner Nase." Der Asiate erhob sich, wischte sich das Blut von den Nasenlöchern und lief in Richtung Ausgang. Vielleicht dachte Jerry, dass die Sache damit geklärt wäre und er einfach gehen konnte. Dem war aber ganz und gar nicht so, denn kurz nachdem der Arzt die Tür erreicht hatte, rief Jennifer in den Flur "van Gaal!" Sekunden später stellte sich ein großer, breit gebauter blaser Niederländer Jerry in den Weg. "Ja, Mam?" "Lesen sie diesem Gentlemen seine Rechte vor und lassen sie ihn medizinisch versorgen. Dann bringen sie ihn in eine Zelle." Der niederländisch stämmige Militärpolizist salutierte "Verstanden, Mam." packte den verhafteten Doktor am linken Arm und führte ihn ab. "War ein schönes Wiedersehen Jerry." sprach Bail hinterher, in seiner Stimme konnte man die pure Enttäuschung heraushören.

      Das Zimmer füllte sich Zeitweise mit Stille, als Mignola laut nachdachte "Warum riskiert er 30 Jahre Knast nur um ein paar Schmerzmittel zu verkaufen? Da ist doch was faul, Baka'a ist der Schlüssel." Zu diesem Entschluss bin ich auch schon gekommen. Aber diese ganze Drogengeschichte ist ziemlich verstrickt. Vielleicht hatte Melina Recht...Vielleicht stecken wirklich diese Black Stars dahinter, überlegte er, lief dabei zu Jennifer an den Tisch und wollte gerade antworten. Als plötzlich van Gaal in der Tür stand "Mam, Vice Admiral Cayannis verlangt nach ihnen und Mister Skirata." "Sagen sie ihr, wir kommen sofort." nickte und erhob sich sogleich aus ihrem Stuhl.

      Jetzt will uns auch noch Melina sehen. Langsam wird mir das ein wenig zu gefährlich und zu unangenehm. Aber wer weiß wie tief wir schon in der Scheiße stecken, nach diesem sehr nachdenklichen Gedankengang, packte Skirata die junge Frau an der Schulter und flüsterte ihr ernst zu "Hörn sie mal. Wie weit wollen sie in der Sache noch gehn, hhm? Ich denke wir gehen jetzt zu Melina, übergeben ihr Jerry, geben ihr Robinsons Geständnis und vergessen das mit Baka'a."
    • Navy HQ - Melina Cayannis' Büro >


      13:04 Uhr

      "Also Jerry Zhang hat zugegeben, dass er Drogen geliefert hat?" fragte Cayannis noch einmal bedenklich und vollkommen überrascht nach. Zuvor wurden sie aber schon von Skirata und Mignola auf den neusten Stand der Dinge gebracht. Auf ihre Frage hin, erwiderte Bail nur nickend "Ja." Cayannis fuhr sich entsetzt mit ihrer Handfläche durch ihr fast faltenfreies Gesicht und seufzte schwer "Oh, mein Gott. Das wird mir die Kommandozentrale nie glauben." Nicht gleich in Melancholie verfallen Süße. Du hast doch mehr Beweise als du brauchst, und schon sofort zählte der 58-Järige Melina diese Beweise mit einer typischen Fingergestik auf "Sieh mal Melina, du…du hast Zhangs Geständnis, Robinsons Geständnis. Damit stehst du vor der Militärstrafverfolgungsbehörde doch bestens da."

      Kurz darauf fasste sich der Vice Admiral wieder, ein wenig zu schnell für den Geschmack des Ex-Marines. Schließlich lobte sie ihre Helfer "Gut, gut gemacht ihr beiden. Danke." "Danke ebenfalls. Dann sind wir auch schon wieder weg." gab Skirata anerkennend zurück und lief auf den Ausgang des Büros zu. Er wollte gerade durch die Tür spazieren, als die bis jetzt stillschweigende Mignola meinte "Nur noch eins, Mam. Jerry Zhang sagt, Baka'a hängt auch in der Drogensache mit drin." Na wunderbar, jetzt sind wir noch tiefer in der Scheiße als vorher. Aber das hätte ich mir bei ihr denken können, dachte der alte Mann und drehte sich zu den beiden anderen Anwesenden, blieb jedoch in der Türe stehen.

      Er beobachtete, wie Cayannis das Gesicht verzog. Sie runzelte mit der Stirn und starrte die hitzige Offizierin böse an "Captain…ich will davon nichts hörn." Naja, aber vielleicht bekommen wir so ein wenig mehr Details. Wobei dies ziemlich gefährlich werden könnte, trotz seiner Bedenken, stimmte Bail seiner Kollegin zu "Auf der anderen Seite... Baka'a hat uns gegenüber versucht Robinson zu belasten. Das heißt gewöhnlich, dass da jemand mit drin hängt." Daraufhin erhob sich die Afrikanerin, beugte sich zu ihrer Untergebenen, deutete mit dem Finger auf sie und sprach "Captain Mignola! Sie halten sich fern von Lieutenant Baka'a. Das ist ein Befehl! Haben sie verstanden?" in ihrer Stimme lag eine gewisse Drohung.

      Jennifer Mignola hingegen blieb wortlos auf ihrem Stuhl sitzen. So wie ich die Streithenne kenne, fahren wir trotz allem nochmal zu Baka'a.